Transmetropolitan Nr. 1: Schöne neue Welt [Panini, Mai 2013]

Mit der heutigen Review präsentiere ich den ersten Band einer ganz besonderen Serie. Aber wieso ganz besondere Serie? Ganz einfach. Von vielen Seiten habe ich immer wieder gehört, wie toll doch Transmetropolitan sei und dass ich die Serie unbedingt einmal lesen müsste. Und jetzt bringt Panini die komplette Serie in fünf edlen Hardcover-Bänden heraus. Also habe ich nett nachgefragt und ein Rezensionsexemplar erhalten. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bei Panini bedanken. Heute hat Transmetropolitan seinen offiziellen Veröffentlichungstermin und deshalb gibt es hier nun mein Erfahrungsbericht mit diesem Band, damit ihr auch wisst, weshalb ihr euch die Serie unbedingt zulegen solltet.

Transmetropolitan Nr. 1: Schöne neue Welt

Eine ruhige Berglandschaft wird von einem Telefonklingeln unterbrochen. Ein zersauster und offenbar verwirrter Mann nimmt den Hörer ab, und beginnt sein Gegenüber anzuschreien. Dieser verwirrte Mann ist Spider Jerusalem. Weltklasse-Buchautor und eine anerkannte Persönlichkeit. Am Telefon ist sein Herausgeber, der ihn daran erinnert, dass er noch zwei Bücher abzuliefern hätte. Doch Spider ist pleite. Er ist nackt, ungepflegt und vollkommen überdreht. Der gesamte Vorschuss für die besagten beiden Bücher ist für Drogen und Essen draufgegangen. Auch sonst hat er alles verkauft. Und gefickt hat er auch seit über vier Jahren niemanden mehr. Aber um diese Bücher fertigzubekommen, muss er zurück in die Stadt. Die Stadt, die ihn krankgemacht hat.
Also macht er sich auf den Weg. Und schneller als er es selber erwartet hat, findet sich Spider in der Stadt wieder zurecht. Er bekommt einen Kolumnenjob bei seinem „alten Freund“ Royce, ein Appartement und sogar eine Assistentin. Dann legt er los, und schon mit seiner ersten Kolumne, die von einem Transientenaufstand berichtet, meldet er sich erfolgreich zurück. Transienten sind Menschen, die ihre Gene mit denen einer außerirdischen Rasse mischen und dann auch noch ihre Unabhängigkeit wollen. Doch es geht schief und Spider deckt die Gründe auf. Er verändert den Blickwinkel der Stadt und handelt sich damit einiges an Ärger ein. Aber er gibt nicht auf, und schliddert so von einem Chaos ins Nächste, trifft alte Bekannte und lernt Neue kennen. Immer in Begleitung von neuen Problemen …

Alles beginnt in dieser Bergidylle, und nimmt von hier an seinen skurrilen Lauf.

Alles beginnt in dieser Bergidylle, und nimmt von hier an seinen skurrilen Lauf.

Warren Ellis erschafft nicht nur eine Figur, die oberflächlich betrachtet ein echtes Arschloch ist, sondern auch noch eine erschreckende Zukunftsvision einer Welt, die dennoch so beängstigend realistisch erscheint, dass man eine Gänsehaut bekommt. Die gesamte Welt ist vernetzt. Die Technik bestimmt das Leben und das Leben wird von der Wissenschaft reguliert. Genetische Verbesserungen erhöhen die Lebensqualität und das Lebensalter. Religionen entstehen im Stundentakt, Kommunikation und Informationsbeschaffung funktionieren auf den seltsamsten Wegen. Newspollen, die Nachrichten vor die Augen in den eigenen Pollenstaub projizieren, konzentrierte Werbespots, die sich im Schlaf im Gehirn entladen, Kommunikatoren, die durch den Darm über das Skelett die Kontaktaufnahme ermöglichen.
Ellis hat so ziemlich jede kranke Idee zu Papier gebracht die einem auch nur einfallen kann. Oder auch nicht. Denn vieles davon ist so pervers und abgedreht, das man im ersten Moment erschrocken ist. Aber je weiter die Geschichte voranschreitet umso mehr erkennt man, dass Spider Jerusalem nur ein Mensch ist. Ein Mensch mit Fehlern und auf der Suche nach der Wahrheit. Ein Mensch mit außergewöhnlichen Mitteln der auf ungewohnten Wegen sein Ziel zu erreichen versucht. Ein Mensch mit dem Herzen am rechten Fleck und einer Schnauze, die sich nicht scheut, alles ungeschönt auszusprechen. Und dann merkt man. Nicht Spider ist das Arschloch, sondern die Welt um ihn herum.

Spider Jerusalem, bei dem, was er am besten kann. Schreiben.

Spider Jerusalem, bei dem, was er am besten kann. Die Wahrheit in die Welt hinausschreiben.

Für Transmetropolitan konnte Warren Ellis den überaus begabten Darick Robertson gewinnen. Dieser hat bereits frühzeitig durch seine Arbeiten an Justice League Europe für DC und New Mutants für Marvel zeigen können, was in ihm steckt. Und für Transmetropolitan war er einfach die ideale Besetzung. Seine Bilder schaffen es, die Welt, welche Ellis konstruierte, glaubhaft und dennoch fantastisch abzubilden. Kleinste Details erfüllen die Szenarien mit Leben und schaffen so eine unglaublich dichte Atmosphäre, die auch visuell eine Herausforderung für den Leser darstellt. Es gibt in dem ganzen Band nur zwei Konstanten. Die eine ist Spider Jerusalems auffallende Brille, in Grün und Rot, mit den Live-Linsen, welche für ihn Fotos und Videos aufzeichnet und der dreiäugige Smiley. Dieser beschließt nicht nur jedes Kapitel, sondern taucht auch zwischendurch immer wieder einmal auf. In der gesamten, und sich ständig ändernden Welt fallen diese beiden Dinge besonders auf. Spider verändert sich. Mal mit langer Mähne, mal mit Bart, mal vollkommen kahl. Aber immer mit seiner Brille und immer mit diesem Smiley-Badge, den Spider sogar selbst nutzt.
Während aber Darick die Stadt wild wuselnd und chaotisch darstellt, ist seine Interpretation der Berge und Landschaften das genaue Gegenteil. Groß, frei und friedlich. Weitaus weniger Details, die aber dennoch alles darstellen, was benötigt wird. Während man in den Stadtszenerien visuell förmlich erschlagen und überfordert wird, darf das Auge in den Reservaten, die zur Erhaltung älterer Kulturen dienen, entspannen und beruhigt schweifen.
Dazu trägt auch ganz bewusst die Farbgebung von Nathan Eyring bei. Er gestaltet die Landschaften in beruhigenden und warmen Erdfarben und sanften, friedlichen Pastelltönen. Dem gegenüber stellt er eine grelle und bunte Stadt, die durch starke Kontraste und klar abgegrenzte Farben genauso verstörend wirkt, wie durch die düsteren und Angst erfüllenden Passagen und Stadtviertel. Dominantes Rot, aufdringliches Blau, blendend helles Gelb und verschleierndes Grau. Hier zeigt sich sehr deutlich, dass Eyring seinen Job versteht und dadurch die ideale Wahl für Transmetropolitan ist.

Glauben oder nicht glauben? Das ist hier die Frage!

Glauben oder nicht glauben? Das ist hier die Frage!

Mit Bonusmaterial war Panini, trotz der wirklich tollen Aufmachung des wunderschön gestalteten Hardcovers, eher geizig. Es gibt lediglich eine Einführung von Garth Ennis, der aus den Anfangstagen von Transmetropolitan erzählt. Darin schildert er unter anderem, wie unsicher Warren Ellis war, was die Qualität und den Erfolg seiner Serie betrifft. Außerdem sind noch alle clean Coverarts in dem Band anzufinden und zwei kurze Biografien zu Warren Ellis und Darick Robertson.

FAZIT:

Dieser Band stellt meine erste direkte Begegnung mit Transmetropolitan dar. Sicher, ich hatte bereits vorher davon gehört und gelesen. Und dennoch konnte ich den Hype darum nicht ganz nachvollziehen. Nachdem ich nun diese Ausgabe gelesen habe, ist es aber klar. Denn Ellis und Robertson erschaffen nicht nur eine tragische und dennoch komische Hauptfigur, mit der man sehr schnell mitfiebert, sondern auch eine Welt, die faszinierend und verstörend zugleich ist. Als Leser ist man sofort von den Möglichkeiten, die sich den Menschen in dieser Zeit und Welt bieten fasziniert. Aber man merkt auch sehr schnell, dass all dies seine Schattenseiten hat. Und davon gibt es hier reichlich. Denn Ellis schickt seinen „Helden“ in Abenteuer, die mehr Schatten, als Licht aufweisen.
Jetzt ist es für mich nicht mehr verwunderlich, wieso diese Serie so hochgelobt wird. Denn hier stimmt fast alles. Und der zu Beginn schwer wirkende Einstieg erledigt sich spätestens nach dem zweiten oder dritten Kapitel. Denn hier beginnt man als Leser Spider zu vertrauen, und das, obwohl er zu Beginn eine sehr verstörende und auch verstörte Persönlichkeit aufweist. Transmetropolitan ist ein Meisterwerk, und das ist es nicht umsonst. Dieser Band, nein diese Serie, sollte kein echter Comicfan auslassen.

Solche Figuren gibt es nur in Transmetropolitan. Der kopflose Sohn von Spider Jerusalem!?

Das kommt dabei heraus, wenn Spider kopflos in der Welt herumvögelt.

Copyright aller verwendeten Bilder © 1997-2013 DC/Vertigo & Panini Comics

Gratis Comic Tag 2013 Review (6): Skull Party [Carlsen, Mai 2013]

GCT 2013Auch Manga gab es am Gratis Comic Tag. Doch nicht jeder Manga ist gleich. Abgesehen von den verschiedenen Genres gibt es auch noch die Herkunftsländer, die eine Unterscheidung möglich machen. Streng genommen sind Manga, die nicht aus Japan kommen ja keine Manga. So denken zumindest einige Menschen. Doch Manga bedeutet auch nichts anderes als Comic, und von daher sind alle Manga auch Comics. Auch wenn sie wie in dem vorliegenden Fall von einer deutschen Künstlerin stammen.

Skull Party
(Gratis Comic Tag 2013)

Emil Schwarz schwänzt den Unterricht. Wieso, weshalb und warum sagt er dabei nicht wirklich. Er will nur ein Statement setzen. Doch es gibt Menschen, die hierbei nicht tatenlos zusehen. Und deshalb wird Jagd auf den Jungen gemacht. Mit Betäubungspfeilen und Cerebro-Beruhigungsmitteln wird der Junge ruhig gestellt. Aber während dieser Phase hat Emil einen merkwürdigen Traum, in dem er einem Wesen begegnet, welches ihm einen noch mysteriöseren Auftrag gibt. Die Suche nach dem Unterkiefer …

Klingt irgendwie seltsam? So ging es mir beim Lesen auch. Irgendwie ist keine klare Struktur zu erkennen. Weshalb wird der Junge so gejagt und was hat es mit dem mysteriösen Fremden aus dem Traum zu tun? Fragen über Fragen. Die Zeichnungen sind zwar in Ordnung aber insgesamt will der Funke auf den paar Seiten nicht wirklich überspringen. Und wie ein Science-Fiction-Fantasy-Thriller, als der dieser Band angekündigt wurde, liest es sich irgendwie auch nicht. Statt dessen habe ich das Gefühl, dass die Manga-ka hier noch nicht so richtig weiß, was sie überhaupt erzählen will. Hier hätte man dem Heft durchaus ein paar Seiten mehr spendieren können, denn in dieser Fassung wäre ich nicht bereit mir den finalen Band Ende Juli anzuschauen. Und das ist schade, denn möglicherweise hat Melanie Schober eine durchaus spannende Geschichte im Kopf, die einfach nur noch nicht zündet?

Gratis Comic Tag 2013 Review (5): Simpsons Comics für Umme [Panini, Mai 2013]

GCT 2013Das nächste Gratis Comic Tag-Review wird Gelb. Mit den Simpsons Comics für Umme legt Panini seit dem Start des Gratis Comic Tages eine regelmäßige Publikation vor. Denn seit dem Start gab es jedes Jahr einen solchen Bongo/Simpsons Comic. Doch warum macht Panini dies? Sind die Verkäufe der Simpsons Comics so schlecht oder liegt es einfach daran, dass die Simpsons eine Marke sind, die ohnehin immer ziehen? Da Antwort drauf wird der Gratis Comic wohl auch nicht geben, aber vielleicht ein paar Andere…

Simpsons Comics für Umme
(Gratis Comic Tag 2013)

Gratis Comics sind nichnt nur am Gratis Comic Tag erhältlich. Auch zu den bekannten Kids Menüs diverser Fast Food-Ketten gibt es immer wieder solche Ausgaben. Auch bei Krusty Burger gibt es nach 30 Jahren endlich wieder einmal ein Comic mit dem Clown. Auf jeden Fall sind Bart und Milhouse extrem neugierig und sind auch nicht bereit ihre beiden Ausgaben, welche auch gleich die letzten der Filiale darstellen, an den Comicbuchverkäufer abzutreten …
Tortenmann und Törtchenboy treffen auf einen neuen Schurken mit dem Namen Professor Fink. Aber was hat den ehemals so netten und hilfsbereiten Professor Frink in diesen Superschurken verwandelt? Und dann tauschen die beiden auch noch ihre Rollen, indem Bart altert und Homer verjüngt wird. Wie kann das Heldenteam jetzt noch den Schurken, der mit Snake umherzieht aufhalten?

Die Simpsons Comics sind, was sie sind. Kurzweilige Spaßgeschichten. Klar gibt es auch immer wieder tiefsinnige Anspielungen auf Weltgeschehnisse und ausgeklügelte Subplots. Doch im Großen und Ganzen wollen die Simpsons unterhalten. Das ist auch bei diesem Gratis Comic nicht anders. Doch würden mich diese Geschichten anlocken, wenn ich bisher keine Simpsons Comics lesen würde? Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Die erste Geschichte ist zwar in sich gelungen und legt die typischen Praktiken von Konzernen und Prominenten, wie eben Krusty, der sich vollends vermarktet, mit einem zwinkernden Auge offen.
Die zweite Geschichte hingegen ist ein wenig zusammenhanglos. Zwar kennt man Tortenmann und Törtchenboy aus einer Simpsons-Folge, aber im Comic sind deren Abenteuer bereits weiter vorangeschritten. Dennoch bleibt die Geschichte lesbar, wenngleich sie mit Vorkenntnissen weitaus mehr Spaß macht.

Gratis Comic Tag 2013 Review (4): Malcolm Max #1: Body Snatchers [Splitter, Mai 2013]

GCT 2013Heute habe ich mir für das erste Gratis Comic Tag Review des Tages den Band Malcom Max ausgesucht. Hier war es vor allem in erster Linie das Cover, welches mich ansprach. Doch kann der Inhalt dem Cover gerecht werden?

Malcolm Max #1: Body Snatchers
(Gratis Comic Tag 2013)

Mysteriöse Morde suchen die lebhafte und im Umbruch befindliche Stadt London am Ende des 19 Jahrhunderts heim. Das Seltsame ist jedoch die Handschrift der Morde. Denn diese tragen Anzeichen eines längst zum Tode verurteilten Serienmörders. Deshalb wird neben Scotland Yard auch der für die Custodes Lucies (Hüter des Lichts) arbeitende Malcom Max aktiv. Zusammen mit der Halbvampirin Charisma Myskina ermitteln sie nicht nur auf nebligen Friedhöfen, sondern auch in der direkten Öffentlichkeit. Immer weiter verdichten sich die Hinweise, das der Täter aus dem Reich der Toten zurückgekehrt sein könnte. Aber ist dies möglich?

Mit „Malcom Max“ legt nicht nur Ingo Römling seinen ersten eigenen Comicband vor, sondern hat auch noch die Ehre ein Skript von Peter Mennigen umsetzen zu dürfen. Mennigen ist in der deutschen Autorenbranche ein wahres Chamäleon. Begonnen hat er seine Arbeiten beim Basteiverlag um dort Abenteuer für die Serien „Gespenster Geschichten“, „Bessy“, „Lasso“, „Silberpfeil“, „Phantom“ oder „Conny“ zu verfassen. Im Laufe seines bisherigen Schaffens arbeitete er auch mit Maroto an „Manos“, mit Morris an „Lucky Luke“ und mit Jean Tabary an „Isnogud“ zusammen und war neben Hörspielen auch für Egmont, WDR, RTL, WWF und Nickelodeon tätig.
Aber auch Ingo Römling hat eine aufsehen erregende Produkt- und Kundenpalette vorzuweisen. neben diversen Cover Designs für Gothic und Metalbands wie unter anderem L’Ame Immortelle ist er auch für EMI, Sony Music, Deutsche Bank, Ubisoft und weitere Unternehmen tätig. Für die Serie „Die Toten“ aus dem Zwerchfell Verlag zeichnete Römling verschiedene Cover und Stories.

Diese ersten 37 Seiten, des eigentlich 80 Seiten umfassenden Originalbandes aus dem Splitter Verlag hat bei mir persönlich ein gemischtes Gefühl zurückgelassen. Die Grundgeschichte ist sehr spannend und auch die Zeichnungen sind stimmig und passen zum Grundtenor des Comics. Dennoch gab es zwischendurch immer wieder Längen in denen ich das Gefühl hatte, dass die Geschichte auf der Stelle treten würde. Diese Passagen wirkten fast schon störend für den Lesefluss, da sie die Geschehnisse zu extrem ausgebremst haben. Dies kann aber auch daran liegen, dass die eingebrachten Figuren erst einmal etabliert werden müssen.
Eines ist jedoch sicher. Der Gratis Comic hat Appetit auf mehr gemacht, und ich werde mal schauen, ob ich nicht den vollständigen Band bekommen kann, um zu schauen, ob dieser hält, was die Gratis Comic Tag-Ausgabe zu versprechen scheint.

Der tägliche Simpsons-Gag #440

Der nächste Simpsons-Couchgag wartet schon.

Viel Spaß damit!

© Copyright Matt Groening & 20th Century Fox

© Copyright Matt Groening & 20th Century Fox

In einem kleinen Mäuseloch nehmen Mäuseversionen der Simpsons auf einem Sofa platz.