Marvel 1602 (Gesamtausgabe) [Panini, März 2010]

Immer wieder gibt es Versuche die jeweiligen Comicuniversen der großen Verlage mit neuen Geschichten aufzulockern. Dies kann man entweder mit Events (wie z.B. Blackest Nigh, Civil War, Secret Invasion, Brightest Day oder House of M) machen oder indem man einfach neue Universen kreiert in denen die altbekannten Helden neuen Abenteuern und Gefahren gegenübergestellt werden.
Einer dieser Versuche war „Marvel 1602“, aus dem Jahre 2003, in dem viele bekannte Helden in das Mittelalter und die Kolonialzeit versetzt wurden. Manche haben auch damals schon Kräfte, Andere wiederum kommen ganz ohne aus, oder erwerben sie erst im Laufe der Zeit. Autor dieses Projektes ist niemand anderes als der britische Autor Neil Richard Gaiman, der schon mit aufsehenerregenden Werken wie Coraline und Sandman auf sich aufmerksam gemacht hat. Unterstützt wird Gaiman hierbei von Andy Kubert der für die Zeichnungen und Richard Isanove welcher für die Kolorierung zuständig waren.
Heraus kam dabei ein wagemutiges Werk welches durchaus seinesgleichen sucht. Fortgesetzt wurden die Abenteuer dann zum einen in Marvel 1602: New World aus dem Jahre 2005 sowie ein paar Miniserien um die Fantastick Four (ja die Schreibweise ist so korrekt) und Spider-Man, welche zwischen 2006 und 2009 erschienen. Seitdem ist es ruhig geworden um Marvels Mittelalterepos.

Doch nun erstmal zu den gesammelten Anfängen dieser Abenteuer…

Marvel 1602 (Gesamtausgabe)

Seltsame Wetterphänomene suchen die frühe Marvelwelt im 17. Jahrhundert heim. Die Ursache dafür kann der Arzt und Magier Dr. Stephen Strange jedoch auch für die Königin von England und ihren Untergebenen Nicholas Fury nicht ausfindig machen. Auch tauchen immer mehr seltsame Menschen mit aussergewöhnlichen Kräften auf, die durch den Großinquisitor Enrique im Namen der Kirche vernichtet werden müssen. Doch nicht nur das Wetter stellt alle vor ein Rätsel. Auch die Tatsache das Doom und James, König von Schottland es auf das Leben der Königin von England abgesehen machen die Situation nicht einfacher. Als dann auch noch das junge Mädchen Virginia Dare mit ihrem Begleiter Rojhaz die alte Heimat besucht um Hilfe für die neue Kolonie zu erbitten. Aber plötzlich überschlagen sich die Ereignisse als es Doom schafft die Königin ermorden zu lassen, James an die Macht kommt, der Großinquisitor entmachtet wird, Dr. Stephen Strange verhaftet, Nicholas Fury als Verräter gebrandmarkt wird und Carlos Javiers Hexenbrut flüchten muss. Doch es gibt ja noch immer die 4 Helden der Fantastick, welche vor vielen Jahren verschwanden und auch Furys kleiner Helfer Peter Parquarh und sein bester Agent Matthew Murdoch haben noch ein paar Trümpfe in der Hand. So offenbart sich schon bald, das ein enormes Ereignis aus der Zukunft die Welt im 17. Jahrhundert gefährdet, und es stellt sich die Frage ob dies etwas mit der jungen Virginia Dare zu tun haben könnte oder ihrem mysteriösen Beschützer Rojhaz…
FAZIT:
Neil Gaimans Version des frühen Marvel Universums, welches trotzdem in der normalen Kontinuität verankert ist, weiß sehr wohl zu überzeugen. Man findet viele bekannte Figuren, erkennt Parallelen zur Neuzeit, und entdeckt dennoch viel neues. Auch die angepasste Wortwahl, welche anfangs noch etwas ungewohnt ist, passt perfekt zum Gesamtbild und verfeinert die Geschichte. Dazu trägt auch Andy Kuberts Artwork bei, welches mit seinem feinen Strich, den etwas blasseren Konturen und dem gelungenen Panelaufbau den Lesefluss deutlich fließender gestalten. Alles in allem ist Neil Gaimans „Marvel 1602“ eine gelungen Reise in die Vergangenheit und die Frühzeit des Marvel Universums mit einer fantastischen Story, gelungenen Bildern und einem kleinen Manko. Abgesehen von den Namensangleichungen haben die Figuren stellenweise viel zu viel mit ihren späteren Ichs gemeinsam. Da hätte ich mir ein wenig mehr Experimentierfreude gewünscht. So kann man als Leser fast schon blindlings viele Handlungen der Protagonisten vorausahnen. Das ist schade, und es hätte dem ganzen durchaus sehr gut getan wenn Gaiman sich da etwas weiter aus dem Fenster gelehnt hätte.

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Gon #1 [Carlsen, September 2010]

Heute stelle ich eine ganz besondere Mangaserie vor. Es handelt sich um die Reihe „Gon“ vom Manga-ka Tanaka Masashi. Den meisten ist der kleine Saurier Gon vielleicht noch aus dem Beat’em-Up Spiel „Tekken 3“ bekannt in welchem er 1997 seinen Debüt im Prügelspielsektor gab. Weniger bekannt ist das bereits 1994 ein SNES-Plattformer mit dem kleinen Saurier erschien.
Doch schon 1992 erblickte Gon das Licht der Welt in seinem eigenen Manga. Und dieser ist durchaus etwas besonderes. Bereits zwei Jahre nach seinem Debüt in Japan im dortigen Manga-Magazin Morning erschienen auch hier in Deutschland bei „Edition Kunst der Comics“ die ersten vier Bände. Doch Gon war leider kein Erfolg beschienen. Wenig später versuchte es der Thomas Tilsner Verlag Speed, doch auch dieser Versuch stockte schon in der Planungsphase. Nach über 15 Jahren erhielt Gon nun doch noch eine Chance beim Carlsen Verlag…

Gon #1

Gon ist ein Saurier. Genaugenommen ein Tyrannosaurus Rex. Für seine Gattung ist er jedoch ziemlich klein geraten, doch dies gleicht er mit Kraft und Intelligenz aus. Auf seiner Safari begegnet er als erstes dem Rotlachs, dem amerikanischen Schwarzbär und dem Kodiakbär. Dabei schreckt er auch nicht davor zurück einen ausgewachsenen Schwarzbären, der gerade einem Kodiakbären seinen Tagesfang an Rotlachsen abspenstig gemacht hat, in die Schranken zu verweisen. Und nicht nur das er ihm sein Essen stiehlt, Nein er benutzt eben jenen sogar noch als kuscheligen Schlafplatz…
Seine zweite Etappe führt Gon nach Afrika, wo er einem ausgewachsenen Löwen bei der Jagd nach einem Streifengnu behilflich ist, indem er ihn wie ein Pferd reitet und lenkt. Dabei nutzt Gon nicht nur wie bei Reitern üblich die Beine zum dirigieren und anspornen, sondern auch seinen Schwanz, mit dem er auf den Rücken des Löwen einschlägt, seine Arme um ihn schmerzhaft an der Mähne zu ziehen, und sein Maul um den Löwen besondere Aktionen ausführen zu lassen…
An seinem dritten Reiseziel sieht Gon wie ein Biber einen Damm und eine Behausung baut, und muss dies natürlich auch sofort selber ausprobieren. Der Biber den Gon zuerst beobachtet hat, sieht was Gon vorhat und fühlt sich in seiner Ehre gekränkt und startet somit einen direkten Zweikampf im Damm bauen mit dem kleinen Saurier. Doch so klein wie Gon ist, so gigantisch sind seine Ambitionen. Am Ende muss sich nicht nur der Biber geschlagen geben, sondern auch ein ganzes Tal, welches Gon unter Wasser gesetzt hat, inklusive der dort lebenden Bewohner…
Gons letzter Aufenthaltsort im ersten Band seiner Reise, führt ihn in die Nordamerikanischen Hochgebirge, wo er sich in einem Nest von einer Steinadlermama eingenistet hat, und sich von ihr zusammen mit ihren Jungen durchfüttern lässt. Alles ist friedlich und in Ordnung, bis ein Rotluchs auftaucht, der es auf die Adlerbabys agbesehen hat. Doch Gon weiß sich zu wehren, und seine „Familie“ zu beschützen. Doch irgendwann kommt der Punkt an dem auch die Babys flügge werden müssen, und ab da bekommt Gon ein paar kleine Probleme…
FAZIT:
Die Abenteuer von Gon sind einfach nur fantastisch und genial. Warum hat es so lange gedauert dieses Werk in Deutschland zu veröffentlichen? Schon Speed hat sich ja daran versucht, woraus aber leider nichts wurde. Gons Reise funktioniert gänzlich ohne Text. Das bedeutet, keine Sprechblasen, keine Textboxen, ja nicht einmal Soundwords werden genutzt. Die ganzen Geschichten funktionieren einzig nur durch ihre grandiosen, detaillierten und dynamischen Bilder. Masashi Tanaka hat hier ein wahres Meisterwerk kreiert, das dank der Zeichnungen und dem irrsinnig komischen Geschichten einen Wahnsinnsspaß macht.
Wer es gerne lustig mag, nichts gegen Mangas hat, und gerne mal etwas „lesen“ möchte ohne sich dabei von Texten führen zu lassen, der sollte bei Gon auf jeden Fall einen Blick riskieren.
Selten hat mich ein Comic so sehr beeindruckt wie dieser. Fast möchte man sagen das Gon mit minimalsten Mitteln ein Maximum an Geschichte erzählt, aber das wäre eine Beleidigung für die detailreichen und filigranen Zeichnungen.

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The Walking Dead #1: Gute alte Zeit [CrossCult, Januar 2006]

Es gibt Comicserien die ziehen einen sofort in den Bann und dann gibt es Serien die jahrelang an einem vorbeiziehen. Bei mir ist dies mit The Walking Dead so passiert. Zwar habe ich die Serie schon ab Band 1 wahrgenommen, aber immer irgendwie verschoben. „Kann man ja später mal antesten.“ oder „Vielleicht beim nächsten Mal.“ waren dabei solche Gedanken. Wenn man dann aber auch noch wie in meinem Fall keinen Comicshop mehr im Wohnort hat und der nächste erst in der nächsten Großstadt anzufinden ist, dann hat man auch nur selten die Möglichkeit in so etwas hineinzuschnuppern und durchzublättern.
Lange Rede kurzer Sinn. Nachdem ich nun im Paniniforum durch die Rezensionen von anderen Lesern angestachelt war, habe ich mir durch einen User dort gleich die ersten 5 Bände zu einem guten Preis erstanden.

Und was ist das Ergebnis?

Ich bin begeistert. Darum hier nun meine Erfahrungen und mein Ergebnis zum ersten Band dieser wirklich aussergewöhnlichen Reihe:


The Walking Dead #1: Gute alte Zeit

Officer Rick Grimes wird bei einem Einsatz angeschossen und schwer verletzt. Wochen später erwacht er im Krankenhaus und findet sich zuerst ganz alleine in den verlassenen Fluren wieder. Kein Arzt, keine Krankenschwester, keine anderen Patienten. Niemand. Erst als er sich ein wenig durch das Krankenhaus manövriert findet er Leichen. Doch etwas stimmt mit diesen Leichen nicht. Sie sind seltsam ausgemergelt und einige davon bewegen sich noch. Sie sind nicht tot, sondern leben. Oder es sind einfach lebende Tote. ZOMBIES!
Schnelle flüchtet Rick aus dem Krankenhaus um nach Hause zu kommen und nach seiner Familie zu sehen. Dort angekommen findet er aber nur ein leeres Haus vor. Verzweifelt setzt er sich auf den Bordstein vor seinem Haus, als ihn ein kleiner Junge mit einer Schaufel bewusstlos schlägt. Der Junge gehört zu Morgan Jones, der sich im Nachbarhaus einquartiert hat. Zusammen begeben sie die beiden nach ein paar Tagen ins Polizeiquartier um sich dort mit Waffen und Fahrzeugen einzudecken, bevor sich deren Wege wieder trennen und Rick sich auf den Weg nach Atlanta macht, weil im Morgan sagte, das in Atlanta eine Sicherheitszone eingerichtet worden wäre.
Doch in Atlanta angekommen muss Rick feststellen, das die Stadt von Zombies übervölkert ist und offenbar niemand mehr dort lebt. In einem unbeachteten Moment wird Rick von den Zombies angegriffen und nur mit Hilfe eines jungen Mannes gerettet, der Rick ausserhalb von Atlanta in ein Camp bringt, in dem er Personen wiederfindet, die er fast schon abgeschrieben hatte…
FAZIT:
The Walking Dead beginnt wie eine typische Zombieserie, entwickelt sich dann aber mehr in ein Drama als in eine Horrorgeschichte. Diese Gratwanderung gelingt bisher ganz gut, und dies liegt unter anderem auch an den gelungen und stimmungsvollen Zeichnungen und der Wahl als Schwarz/Weiß-Comic anstatt Farbe. Die „fehlende“ Farbe erweist sich sogar als sehr hilfreich um selber in die Geschichte einzutauchen und sich von der Stimmung gefangen nehmen zu lassen.
Auch sehr gelungen finde ich persönlich die Tatsache das die Zombies weniger als Schockmomente dienen, als vielmehr als gesamte und immerwährende Bedrohung die jederzeit präsent ist und zuschlagen könnte. Dadurch baut sich eine besonders dramatische, fast thrillerartige Spannung auf, in die die Zwischenmenschlichen Geschicke erfolgreich verknüpft werden.
Neue Freundschaften werden geknüpft, alte Liebe wiederentdeckt und frühere Freunde können plötzlich die ärgsten Feinde werden.
The Walking Dead bietet einfach alles was eine erfolgreiche und spannende Comicserie haben muss, und ist daher eine unbedingte Kauf- und Leseempfehlung für alle die gerne mal abseits des typischen Superheldenmainstreams etwas konstant Gutes finden möchten.

CrossCult veröffentlicht die Serie hier in Deutschland nicht im üblichen Heft oder Tradeformat, sondern greift dafür lieber auf das verlagstypische Hardcover-Kleinformat von 21,4 x 14,4 x 1,8 cm zurück. Darin werden die US-Sammeltrades veröffentlicht und auch wenn man dies anfangs denken mag, so wirkt sich die Verkleinerung der Seiten nicht negativ aus und die Seiten, deren „Kolorierung“ (wenn man denn überhaupt davon sprechen kann bei diversen Grautönen) als auch der Seitenaufbau und die Panelaufteilung funktionieren immer noch perfekt.
Des weiteren gewinnt die Serie dadurch auch an einer „äusseren“ Aufwertung durch die edle Aufmachung mit reichlich Bonusmaterial und Hintergrundinformationen. Als kleiner Gag ergibt sich beim aneinanderreihen der Cover der Bände ein fortlaufendes Motiv, aber dies nur als kleines unnützes Wissen am Rande.

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DC Comic Klassiker (1): Batman: Ein Tod in der Familie


Batman: Ein Tod in der Familie

Alles beginnt damit dass Jason Todd unkontrollierbar wird. Er handelt unüberlegt und riskiert somit nicht nur sein Leben, sondern auch das seines Partners und Mentors Bruce Wayne alias Batman. Dieser muss deshalb schweren Herzens Jason die Verantwortung als Robin entziehen. Als er dann auch noch erfährt, das seine verstorbene Mutter nicht seine leibliche Mutter ist, sind alle Hoffnungen verschwunden Jason noch in seinen Bahnen zu halten. Er macht sich sofort auf die Suche nach ihr, da er dank eines Notizbuches seines Vaters die Möglichkeiten auf drei Frauen eingrenzen konnte und mithilfe des Batcomputers sogar deren Aufenthaltsort ermitteln konnte. Doch auch Bruce hat seine Probleme mit dem gerade aus Arkham geflohenen Joker, der eine Cruise Missile mitsamt Atomsprengkopf im nahen Ostern verkaufen möchte. So macht sich Batman auch sofort auf den Weg, aber auch Jasons Spur führt in den nahen Osten.
Dort angekommen, laufen er und Batman sich natürlich auch prompt über den Weg und zusammen schaffen sie es den Joker an seinem Handel zu hindern. So positiv diese erste Aktion auch ist, muss Jason feststellen, dass die erste der drei Damen nicht seine Mutter ist. Auch die zweite Dame, eine käufliche Söldnerin, ist leider, oder besser gesagt zum Glück, nicht seine leibliche Mutter. Alle Hoffnungen liegen nun in der letzten Person, die in einem Hilfslager als Verteilerin der Hilfsgüter verantwortlich ist. Doch leider hat auch der Joker nach seinem verpatzten Deal Kontakt zu Dr. Sheila Haywood, Jasons Mutter, aufgenommen, da sich beide noch aus der Vergangenheit, welche Sheila gerne vergessen möchte, kennen. Sie hat aber keine Chance dem zu entkommen, da der Joker sonst ihre Vergangenheit öffentlich machen würde, und dies würde das Aus für ihre Arbeit bedeuten. Als Batman von dieser Aktion erfährt versucht er natürlich diese zu verhindern, während Jason bei seiner Mutter bleibt, aber das Schicksal nimmt seinen tragischen Lauf als Jason mit seiner Mutter in einer Lagerhalle gefangen ist, welche kurz darauf explodiert.
Der Joker wird inzwischen dank eines kleinen Ränkespielchens der neue UN-Botschafter des Iran. Das wiederum bietet ihm die Möglichkeit unter dem Deckmantel der diplomatischen Immunität alle Mitglieder des Un-Rates zu ermorden. Selbst Batman kann und darf ihn nicht daran hindern, da sonst ein internationaler Zwischenfall droht…
FAZIT:
Eine für die damalige Zeit wirklich besondere Aktion besiegelte den Tod eines Helden. Mit nur 72 Stimmen Unterschied, entschieden die Leser von US-Batman innerhalb von nur 11 Stunden pro amerikanischer Zeitzone über den Tod und das Leben von Jason Todd. So monumental wie die ganze Aktion klingt fällt das ganze aber leider nicht aus. So reichte schon eine Seite um das Schicksal von Jason darzulegen, denn auch der Abschluss der Geschichte, hätte mit einem Robin im Krankenhaus, keinen wirklichen Unterschied gemacht. Vom heutigen Standpunkt aus betrachtet, könnte man das ganze weit mehr als eine Farce bezeichnen, und das nicht nur auf Grund der Tatsache, das Comichelden nur selten tot bleiben.
Dennoch bleibt ohne die ganze „Werbeaktion“ eine ganz passable Geschichte, die Batman einmal mehr am Rande der Verzweiflung zeigt. Doch genauso wie Bruce Wayne seinen Körper gestählt und trainiert hat, hat er auch seinen Geist unter Kontrolle und handelt auch nach Jasons Tod sehr rational, selbst als ihm jeglicher Handlungsspielraum, auf Grund der diplomatischen Immunität, genommen wird.
Als Gesamtwerk haben James P. Starlin und James N. Aparo ein Werk abgeliefert welches nicht umsonst Comicgeschichte geschrieben hat, und neben Batmanmeisterwerken wie „Die Rückkehr des Dunklen Ritters“ und „Der dunkle Ritter schlägt zurück“ einen verdienten Platz gefunden hat.

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Wanted (oder: Warum Mark Millar es immer wieder schafft neue Maßstäbe zu setzen?)


Wanted

Wesley Gibson ist ein Looser. Ein verweichlichter, verfluchter Schwächling. Seine Freundin vögelt seinen besten Freund und seine Chefin fickt ihn jeden Tag verbal in den Arsch. Das das nicht so bleiben kann ist auch Wesley klar. Als plötzlich eine Junge Frau namens Fox an ihn herantritt und ihm klarmacht, das sein Vater, der ihn und seine Mutter mit 18 Monaten verlassen hatte, plötzlich ermordet wurde und ihm nicht nur sein Vermögen, sondern auch seine Position als der weltbeste Killer hinterlässt, muss sich Wesley entscheiden. Weiter wie ein Schwächling vom Leben in den Arsch getreten zu werden, oder der Welt ein „Fick dich!“ entgegenschreien und die Zügel selbst in die Hand zu nehmen. Wie nicht anders zu erwarten, entscheidet sich Wesley für das letztere und bekommt von „Der Bruderschaft“ nicht nur die besten Waffen, sondern auch die beste Ausbildung. Schnell entwickelt sich Wesley zu einem skrupellosen Killer und einem der Top-Gangster der Bruderschaft.
Aber ebenso schnell ziehen dunkle Wolken auf. Sein Mentor, Professor Solomon Seltzer, wird von Mister Rictus und seinen Männern ermordet, und auch seine ehemaligen Freunde innerhalb der Bruderschaft wenden sich gegen ihn und Fox. Als sich auch noch der Mord an seinem Vater nicht als ganz klar herausstellt muss Wesley erneut wichtige Entscheidungen treffen…
FAZIT:
Wanted ist hart, brutal und aussergewöhnlich. Zum einen zeigt es eine Gesellschaft die jeglichen Glauben an das Gute verloren hat, zum anderen wird trotzdem noch ein Schimmer der Hoffnung offenbart. In einer Welt in der sämtliche Superhelden ausgelöscht wurden (oder von ihrer eigenen Existenz nichts mehr wissen) und nur noch die Bösewichte regieren, versucht Wesley seinen Platz zu finden. Dabei hilft ihm vor allem die neue Freundschaft zu Fox und der Bruderschaft. Das aber Freundschaft nicht ewig währt und manchmal auch schmerzhaft enden kann ist dabei genauso ein Teil der Erfahrung, wie die Tatsache das jegliche Handlungen auch irgendwann ihre Konsequenzen fordern. Das diese nicht immer einfach sind ist keine Überraschung und fordert nicht nur von Wesley sein ganzes Geschick zur Klärung.
Für Freunde von etwas unkonventionellen Superheldencomics, die sich vor extremer Gewalt und verbalen Entgleisungen nicht fürchten, ist Wanted eine klare Leseempfehlung. Wer von Superhelden eher Abstand nimmt kann gerne mal einen Blick riskieren, sollte dabei aber seine genretypischen Erwartungen nicht allzu eng setzen.

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Art Spiegelman – Ein Ausnahmekünstler

Art Spiegelman ist einer der wenigen Künstler die mit einem Genre, welches in der Allgemeinheit leider nur allzu oft belächelt wird, einen weltweit sehr hoch angesehenen Preis erhalten hat.

Die Rede ist vom Pulitzer Preis und von Art Spiegelmans Meisterwerk „Maus“.


Doch wer jetzt bei „Maus“ gleich an Micky Maus & Co. denkt, den muss ich enttäuschen. Spiegelmans Maus ist ganz anders und weitaus mehr als das was Micky Maus jemals sein könnte. Mit „Maus“ hat Spiegelman nicht nur einen Comic erschaffen der die Grenzen dessen, was jeder von Comics denken mag, erweitern wird und vor allem wird es einen berühren.

Die vollständige Maus

Wladek Spiegelman ist ein Überlebender des Holocaust. Art Spiegelman ist sein Sohn, der hier erzählt was seinem Vater in seiner Jugend wiederfahren ist.
Am Anfang ist Wladek noch ein cleverer Verkäufer, der sich mit der Hilfe der Familie eine eigene Fabrik aufbaut. Als dann jedoch Hitler an die Macht kommt und seinen „Säuberungsfeldzug“ beginnt, beginnt auch für Wladek, seine Familie und seine Frau Anja die schlimmste Zeit ihres Lebens. Anfangs sind die Veränderungen im Leben der Juden noch vergleichsweise „harmlos“. Enteignung, Katalogisierung und Eingrenzung bestimmen die nächste Zeit, dann folgen die ersten Verhaftungen, Morde und Verhöre.
Nur wenig später werden sie zusammengetrieben in die Ghettos, um dann von dort weiter in Arbeitslager geführt zu werden, bevor sie in den Konzentrationslagern landen. Wladek und seine Frau Anja haben bis dahin schon viele Schicksalschläge erleiden müssen. Eltern und Großeltern sind verstorben oder getötet worden und auch vor den eigenen Kindern wurde nicht halt gemacht. Das schlimmste jedoch stellt die Zeit im Konzentrationslager für Wladek und Anja dar.
Zwar sind sie gemeinsam in Auschwitz gelandet, jedoch ist Wladek im kleineren Arbeitslager der Anlage, während Anja knapp 3 Kilometer entfernt in Birkenau „untergebracht“ ist.
Dann zeichnet sich langsam das Ende des Krieges ab, als Wladek mit anderen Juden an der Schweizer Grenze gegen Kriegsgefangene Deutsche ausgetauscht werden sollen…

FAZIT:

Spiegelman scheut sich nicht die Greueltaten unverfälscht, so wie sie sein Vater erlebt hat, wiederzugeben. Er nutzt dafür die Tierwelt um seine Personen zu charakterisieren.

Die Juden sind Mäuse und die Deutschen sind Katzen, Polen sind Schweine, Franzosen Frösche und Amerikaner Hunde. So versucht er anfangs klare Grenzen zwischen den Gruppen zu ziehen, die jedoch im Verlauf der Erzählung immer weiter verwischen. So ist Arts Freundin eigentlich Französin wird jedoch als Maus dargestellt, da sie weit mehr Bezüge zu den Juden als zu den Franzosen aufweist und für Arts Vater Wladek sogar zum Judentum konvertiert ist.

Art Spiegelman erzählt das ganze verpackt in die Tragödie der letzten Lebensjahre seines Vaters. Hierbei achtet er besonders darauf auch zu zeigen was diese Ereignisse aus seinem Vater für einen Menschen gemacht haben, mit allen Ängsten und Psychosen.
Auch Arts eigene Probleme treten hierbei gegen Ende immer weiter in den Vordergrund, Fragen und Ängste über sein Handeln im Zusammenhang mit seinem Werk Maus, die einfallende Meute an Kapitalisten die mit der Tragödie seines Vaters Geld scheffeln wollen, und das immer weiter splitternde Verhältnis zu seinem Vater. So stellt dieses Buch in meinen Augen nicht nur eine Erzählung des dritten Reiches und der Verbannung der Juden dar, sondern auch eine Beziehungstragödie zwischen Vater und Sohn.

Es gibt noch so viel mehr über Spiegelmans 1992 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnetes und umfangreichstes, sowie bis dato bewegendstes Meisterwerk zu erzählen, doch das Beste ist es immer noch selbst in die tragische und bewegende Welt um den Überlebenskampf von Wladek Spiegelman einzutauchen.

Art Spiegelmans Maus erschien in zwei Bänden beim Rowohlt Verlag,

Maus – Die Geschichte eines Überlebenden,
Band 1: Mein Vater kotzt Geschichte aus


Maus – Die Geschichte eines Überlebenden,
Band 2: Und hier begann mein Unglück

sowie gesammelt in einem Band beim Fischer Verlag.

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Ausserdem gibt es eine Fassung von der Bundeszentrale für politische Bildung welche in Zusammenarbeit mit dem Fischer Verlag erschien.

Auch Art Spiegelmans neuestes Werk befasst sich wieder mit ergreifenden Geschichtsereignissen. Denn diesmal spielte sich das wohl prägendste Ereigniss des noch jungen neuen Jahrtausends direkt in Art Spiegelmans Nachbarschaft ab, als genau am 11. September 2001 zwei Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers rasten.

Im Schatten keiner Türme

Dieses Erlebnis verarbeitet Spiegelman in der im September 2011 erschienen Graphic Novel „Im Schatten keiner Türme“. Hier erzählt er als eine Art Augenzeugenbericht das, was die ganzen Reportagen, Kino und TV-Filme nicht darstellen können.

Spiegelman erzählt alles, was er erlebt und gesehen hat und schafft dies mit genau derselben Eindringlichkeit, welche schon „Maus“ ausgezeichnet hat.
Dabei verzichtet er weitgehendst auf die sich immer wiederholenden Bilder welche bereits aus dem Fernsehen und der Printberichterstattung bekannt sind, und setzt die „verletzten“ Türme nur ein um Emotionen oder Dramatik zu verdeutlichen.

Spiegelman will bewusst keine sich wiederholende Erzählung dessen präsentieren, was monatelang sämtliche Fernsehsender und Zeitschriften aus der ganzen Welt getan haben, sondern er zeigt wie das Ereignis auf ihn und die Personen aus seinem direkten Umfeld gewirkt haben.

Er zeigt wie ohnmächtig er, und fast ganz Amerika, sich fühlte, in dem Kampf zweier Mächte, von denen jeder glaubte der überlegenere Part in diesem „Spiel“ zu sein.

„Im Schatten keiner Türme“ erschien im September 2011 im Atrium Verlag.


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Gewinnspiel Auslosung

Das Gewinnspiel ist beendet und es gibt einen Gewinner.

Mit 98 richtig erkannten Bildern erhält…

Stefan Dreyer aus 31275 Lehrte

…in den nächsten Tagen den Gewinn nach Hause zugeschickt.

Viel Spaß damit.

Hier nun noch die gesamte Liste aller verwendeten Bilder aus allen Bereichen:

Film:
1. 20th Century Fox
2. Paramount
3. Focus Theatres
4. New Line Cinema
5. Lucasfilm Ltd.
6. Miramax Films
7. Village Roadshow Pictures
8. Paramount Vantage
9. Universal
10. Columbia Pictures
11. Metro Goldwyn Mayer (MGM)
12. Europa Corp.
13. Pixar Animation Studios
14. Pathe!
15. Sony Classic Pictures
16. Spyglass Entertainment
17. Studio Canal
18. Lionsgate Films
19. Touchstone Pictures
20. Walt Disney Pictures
21. Warner Brothers Pictures
22. Warner Independent Pictures
23. Buena Vista International
24. The Weinstein Company
25. Working Title
26. Marvel Studios

TV:
27. 13th Street
28. 3Sat
29. N24
30. RBB
31. Anixe
32. Animax (alt)
33. Tele 5
34. Sat. 1
35. ARD
36. BBC
37. Pro 7
38. Super RTL
39. CNN
40. Viva
41. RTL
42. DMAX
43. ZDF
44. Das Vierte (Be Happy)
45. RTL 2
46. Sixx
47. KiKa
48. T5 Der Spielfilmsender (Tele 5 alt)
49. Sky
50. Animax
51. Kabel 1
52. n-tv
53. WDR
54. Phoenix
55. Das Vierte
56. Vox
57. Arte

Musik:
58. Warner Music Group
59. Sony Music
60. EMI
61. Polydor
62. Sony BMG
63. Universal Music
64. Virgin Records

Comic:
65. DC
66. Carlsen Comics
67. Ehapa (alt, Sprechblase)
68. Darkhorse Comics
69. Achterbahn
70. Bastei
71. Aspen
72. Bocola
73. Edition Moderne
74. Eichborn
75. Comics Code Authority
76. Dino Verlag (Dino Entertainment AG)
77. Lappan
78. Avant-Verlag
79. Scilly Verlag
80. Boom! Studios
81. Salleck Publications
82. Finix Comics
83. Alligator Farm
84. BSE
85. EEE
86. Icon
87. CrossGen Comics
88. Viper Comics
89. Image
90. JNK
91. Comicplus
92. Carlsen Comics (alt)
93. Virgin Comics
94. Schwarzer Turm
95. Infinity
96. Speed
97. Alles Gute!
98. Tokyopop
99. Reprodukt
100. Marvel
101. Arboris
102. Piredda Verlag
103. Avatar Press
104. Eidalon/Modern Tales
105. Weissblech Comics
106. Vertigo
107. Panini Comics
108. IDW
109. Egmont Manga & Anime
110. Zack Edition
111. Archie Comics
112. Egmont Ehapa
113. Epsilon
114. Splitter
115. U-Comix
116. MG Publishing
117. Kult Editionen

Game:
118. SEGA
119. Activision
120. Blizzard
121. Electronic Arts
122. Konami
123. Midway
124. Namco Bandai
125. Nintendo
126. Rockstar
127. Sony
128. Telltale Games
129. THQ
130. Ubisoft
131. Square Enix

Weimar:
132. Deutsches Nationaltheater Weimer mit Goethe und Schiller Denkmal
133. Anna Amalia Bibliothek
134. Goethes Gartenhaus
135. Buchenwaldturm mit Denkmal
136. Schloss Belvedere
137. Schloss Weimar
138. Weimarer Rathaus
139. Wittumspalais in Weimar
140. Goethehaus in Weimar

Der Engel #1 & #2 (von 5), Miniserie von Tomppa

Tomppa ist ein junger aufstrebender und ehrgeiziger Comic-Künstler aus Berlin, der sich neben seiner bereits begonnen Miniserie „Der Engel“ im letzten Jahr besonders durch den Sieg des Talenthouse-Contests für die Stan Lee Foundation ins Rampenlicht rücken konnte. Dort hat Tomppa den ersten Platz belegt, als es darum ging einen neuen Superhelden zu kreieren. Mit seiner Kreation, dem Councelor überzeugte er nicht nur die Jury, sondern auch das Publikum als es um das Endvoting ging.

Und als ob das noch nicht genug des Guten gewesen wäre, durfte Tomppa dann auch noch letztes Jahr zur San Diego ComicCon reisen, um dort Stan Lee höchstpersönlich zu treffen und mit Todd McFarlane einen Tag in seinen Studios zu verbringen. Ein sehr ausführliches Interview über seine Erlebnisse in San Diego und seine Zukunftspläne, welches ich mit ihm führen durfte, findet man auf www.ComicHunters.net im Forum.

Direktlink zum Interview mit Tomppa

Der Engel #1

Berlin in 40 Jahren. Vieles hat sich verändert, manches leider zum schlechten. Die Stadt ist gewachsen. Leider ist auch der Hass gewachsen. Berlin wird fast vollständig von einem Medienunternehmen, der Vision Gruppe, kontrolliert und während einige Stadtteile vorzeigbare Prunkstücke geworden sind, sind manch andere Stadtteil wie Hellersdorf das nun Neu-Germania heißt zum idealen Nährboden für die rechte Gesinnung geworden.
Daran kann leider auch der neue regierende Bürgermeister Berlins, Aydogan, nichts ändern.
Doch schon seit geraumer Zeit macht ein neuer „Held“ von sich Reden. Der Engel. Seine Mittel sind nicht immer die besten und auch seine Handlungen sind nicht frei von aufkommenden Fragen und Kritik, dennoch ist er ein Hoffnungsträger für die verängstigten Bürger Berlins…
FAZIT:
Die erste Ausgabe von Tomppas Miniserie „Der Engel“ kommt einerseits mit einem Knall und andererseits eher gemächlich daher. Diese Mischung aus direkten harten Kampfszenen und nachdenklichen und ruhigen Gefühlsmomenten ist eine gelungene Komposition. Gerade für ein Erstlingswerk kann „Der Engel“ sehr wohl überzeugen, wenngleich noch viele Möglichkeiten offen sind, das zu Papier gebrachte zu verbessern.
Manche Zeichnungen sind noch ein wenig starr und auch ein bisschen „unvollständig“ gerade wie Bianca auf dem letzten Panel. Doch dafür ist es auch erst die erste Ausgabe. Trotzdem merkt man dem ganzen Projekt an das es fast eine Art „Baby“ für den Künstler ist.
Insgesamt also ein gelungener Auftakt der Spannung weckt und Lust auf die zweite Ausgabe macht.

Der Engel #2

Während in Neu-Germania die Skins eine Versammlung abhalten sieht sich der Engel mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Doch auch die Skins haben nicht nur Befürworter. Auch in ihren eigenen Reihen gibt es Mitglieder die die Regeln nicht mehr ohne diese zu hinterfragen befürworten können. So geht es auch einem „kleinen Licht“ der daraufhin verstossen wird und auch noch ausgerechnet auf den frustrierten Engel trifft. Nach einem kurzen Handgemenge offenbart dieser dem neuen Beschützer Berlins, dass ein Attentat auf den Bürgermeister Aydogan geplant ist. Nun hat der Engel nur noch wenige Minuten Zeit dies zu verhindern damit Berlin nicht ins Chaos stürzt…
FAZIT:
Heft 2 der insgesamt auf 5 Hefte angelegten Miniserie „Der Engel“ kommt schon wesentlich dramatischer daher. Auch die Zeichnungen sind noch detaillierter und flüssiger geworden, wenngleich auch da noch Potential verborgen ist. Wie auch schon im ersten Heft wissen besonders die „Farben“ zu gefallen die fast „Sin City“-artig nur minimalistisch zum Einsatz kommen. Wobei sich der Autor und Zeichner Tomppa dennoch nur auf Schwarz und Weiß, die diversen Grautöne dazwischen und ein paar Rot- und Blautöne konzentriert.
Ich bin gespannt wie es mit dem Engel weitergeht, vor allem nachdem Tomppa nun als Gewinner des Talenthouse Contests für die Stan Lee Foundation nicht mehr soviel Zeit für sein Baby hat und die dritte Ausgabe bestimmt leider nicht im Sommer diesen Jahres erscheinen wird.

Diese beiden, sowie alle zukünftigen Ausgaben sind direkt bei Tomppa unter www.tompa.de oder den Shop von TheNextArt zu beziehen.

100% Marvel #59: Spider-Man und die Fantastic Four (Panini, Dezember 2011)


100% Marvel #59: Spider-Man und die Fantastic Four

Abenteuer mit Spider-Man und den Fantastischen Vier sind eine Konstante in den Marvel Comics wie es sie selten gibt. Sei es das Treffen von Spider-Man mit den Fantastischen Vier auf dem Campus der ESU die dort den diktatorischen Herrscher von Latveria, Dr. Doom, beschützen müssen, damit die Verhandlungen mit einigen Ostblockstaaten sicher und reibungslos verlaufen als plötzlich Namor auftaucht um sich an Doom zu rächen, oder als Spidey gerade seinen Symbionten bei Reed parkt nachdem sich seine Gefährlichkeit herausstellt. Dieser flieht und macht kurzerhand Jagd auf den jungen Franklin der noch nichts von seinen immensen Kräften weiß. Auch das Treffen der Ersatz-FV bestehend aus Wolverine, Spider-Man, Ghost Rider und Hulk findet Erwähnung bei dem eine Skrullkriegerin es auf den unzerstörbaren Technodroiden abgesehen hat um ihr eigenes Reich zu erobern. Als letztes geht es in die Gegenwart wo ein eigentlich alter Freund auftaucht, dabei aber überhaupt nicht freundschaftlich auf die Fantastischen Vier und Spider-Man reagiert…
FAZIT:
Es gab schon sehr viele Aufeinandertreffen von Spider-Man mit den Fantastischen Vier. Sei es der Klassiker aus Amazing Spider-Man #1 in dem Spidey versucht bei den Fantastischen Vier einzusteigen um seine Geldprobleme zu lösen, oder aber die vielen Zeit- und Dimensionsreisen die die Fünf immer wieder erlebt haben, Abenteuer zwischen den Fantastischen Vier und Spider-Man sind fast schon ein ungeschriebenes Gesetz im Marvel Universum. Das es dabei immer wieder auch Geschichten gibt die „noch“ nicht erzählt werden können, oder erst im Nachhinein Sinn ergeben (oder ergeben lassen) ist eine andere Sache.
In diesem Band hat das Team von „100% Marvel #45: Spider-Man und die X-Men“ sich erneut versammelt und haben nicht einfach nur „alte“ Abenteuer zusammengefasst, sondern eine, zwar nicht sonderlich intelligente, dafür aber durchaus spannende Hintergrundgeschichte verfasst. Auch die wieder sehr schönen Zeichnungen von Mario Alberti wissen wieder zu überzeugen.
Insgesamt also ein gelungener und kurzweiliger Band der sehr viel Spaß macht.

Spawn #99 (Panini, Januar 2012)

Spawn #99

Nach der „Wunderheilung“ an einem Reporter sind Sara und Jim spurlos verschwunden. Auch Twitch der noch immer an Sams Krankenbett die Stellung hält und aus den Nachrichten von dem „Heiland“ erfährt, sieht darin die Chance Sam zu retten. Sofort macht er sich auf die Suche nach Al Simmons ohne von dessen Schicksal zu wissen. Auch Jim bzw. das Kostüm hat sich in die alte Alley zurückgezogen und trifft dort auf ein paar nicht zu unterschätzende Gegner…
FAZIT:
Ab dieser Ausgabe kommt zu den bisher einigermaßen ruhigen Passagen die extreme Action dazu in derer Spawn mal wieder ziemlich heftigen Gebrauch von seinem Symbionten macht. Doch auch wenn Al schon einiges mit dem Kostüm veranstaltet hat so scheint Jim schon jetzt eine gewisse Stärke (oder vielleicht auch eben nicht) zu besitzen. Was Jim gegenüber auf jeden Fall zu fehlen scheint (und das obwohl Al Soldat war) ist eine gewisse Hemmschwelle was die Anwendung von Gewalt betrifft. Denn obwohl Jim einerseits als Heiland auftritt ist er in seiner Rolle als Spawn das genaue Gegenteil, ein skrupelloser Todbringer.
Insgesamt eine Klasse Mischung aus Action und Dramatik, die mich schon neugierig auf die Jubiläumsausgabe #100 macht.