Wie bereits seit dem ersten Band dieser Comedy Serie leben Jesus und Buddha gemeinsam in einer WG in Tokio! Dieser Band enthält die Originalbände Nummer 19 und 20. Buddha und Jesus brauchen auch einmal eine Auszeit und gönnen sich einen „erholsamen“ Urlaub zusammen in Tokio. Lest selbst, was für wundersame Abenteuer die beiden erleben. Neumodische Aspekte treffen auf japanische Kultur in Kombination mit den unterschiedlichen Charakteren und Glaubensrichtungen der großen Weltreligionen des Buddhismus und des Christentums. Somit ist auch diese Ausgabe ein voller Erfolg.
Wenn zwei Comicgrößen zusammenarbeiten, dann muss das Ergebnis ikonisch werden. Zumindest sollte man dies denken. Dass dies nicht zwingend auf alle „Comicgrößen“ zutrifft, hat die Vergangenheit leider schon gezeigt. Aber was für ein Ergebnis erhält man, wenn das Comicgenie hinter Spider-Man, den Fantastic Four, den Avengers, X-Men und vielen mehr ein gemeinsames Werk erschafft zusammen mit einem Ausnahmezeichner, der das Aussehen von Leutnant Blueberry und Der Incal geprägt hat? Und dann wählt man auch noch eine der tragischsten Comicfiguren schlechthin. Eine machtvolle und dennoch in den unendlichen Weiten verlorene Seele …? Gemeint sind natürlich Stan Lee als Autor, Jean „Moebius“ Giraud, als Zeichner und der Silver Surfer als Hauptfigur! Also, wie ist das Ergebnis?
Marvel Must Have: Silver Surfer – Parabel
Autor/in: Stan Lee Zeichner/in: Jean Giraud Format: Hardcover Umfang: 100 Seiten Inhalt: Silver Surfer (1988) 1–2 Verlag: Panini Comics Preis: 19,00 Euro
Die größte Bedrohung der Erde, abgesehen von der Menschheit selbst, hat Kurs auf den blauen Planeten genommen. Galactus, der Weltenverschlinger erscheint, doch statt die Erde einfach zu vernichten, beginnen einige Menschen ihn ähnlich einem Gott zu verehren. Und so versucht Galactus, die Menschheit von innen heraus zu vernichten. Jetzt liegt die Hoffnung letzte Rettung in den Händen eines Mannes, der eigentlich nie mehr kämpfen wollte. Der sich auf die Erde zurückzog, um sein Leben als Ausgestoßener am Rande der Menschheit zu leben. Norrin Radd, der Silver Surfer! Aber wie kämpft ein Pazifist, gegen ein Monster, dessen Macht größer ist, als das Universum selbst? Wie kann ein einziges Individuum, eine ganze Rasse vor ihrem Untergang retten? Welche Chance hat die Erde und die Menschheit, unter diesen Voraussetzungen überhaupt noch?
Ich muss ehrlicherweise gestehen, dass „Silver Surfer – Parabel“ all die Jahre an mir vorbeigegangen ist, obwohl ich eigentlich auch ein großer Fan des Silbernen Beschützers bin. Daher stellt dieses eine Erstsichtung dar und deshalb kann es von meiner Seite aus diesmal keine Rosa Nostalgiebrille geben, was einem bei Klassikern oder älteren Dingen gerne vorgeworfen wird. Dementsprechend bin ich bei diesem Band vollkommen unvoreingenommen, weil sowohl Stan Lee, als auch Jean Giraud in meinem persönlichen Empfinden gutes, als auch schlechteres im Laufe ihrer Karriere geschaffen haben. Zur Handlung kann ich nur eines sagen: GENIAL! Selten habe ich einen Comic gelesen, der auch heute noch so eine Aktualität aufwarten kann, und das, obwohl er bereits über 35 Jahre als ist. Die Art und Weise, wie Stan Lee dem Leser hier als Teil der menschlichen Rasse den Spiegel vorhält, vor allem im Bezug auf die Möglichkeiten, wie schnell Menschen sich manipulieren und in eine gewisse Richtung lenken lassen, obwohl sie eigentlich immer die Freiheit und freie Entscheidungswahl fordern. Stattdessen suchen „wir Menschen“ immer wieder andere als Leitbild aus, denen wir dann fast schon bedingungslos, Lemming gleich, folgen, ohne nachzudenken. Die von allen Menschen immer geforderte Freiheit und Eigenständigkeit verkommt so zu einem Paradoxon, da die Menschheit offenbar nur dann zufrieden ist, wenn sie selbst nicht nachdenken muss. Ähnlich genial sind die Zeichnungen, die Moebius hier aufs Papier gezaubert hat. Zuerst ist der Stil ein wenig ungewöhnlich, vor allem wenn man bedenkt, dass der Surfer eigentlich ein Standard-US-Comicsuperheld ist. Gerade im Vergleich mit den „normalen“ Zeichnungen der 80er Jahre, ist es fast schon wie ein Stilbruch, oder besser gesagt ein Stilwechsel, da ich dies als durchaus positiv empfinde. Besonders die Widersprüchlichkeit der vielen Details und dennoch großen minimalistischen Flächen, die dann zumeist einfarbig gestaltet wurden. Wobei die Farbgebung für Moebius nicht leicht war, da dieser Comic im Standard Vierfarb-Druckverfahren amerikanischer Comics hergestellt wurde und Moebius die größere Farbauswahl europäischer Comics gewohnt war. Das Ergebnis kann sich trotzdem sehen lassen.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich wohl selten einen besseren Comic gelesen habe, der so viele Stile vereint, nach über 35 Jahren immer noch topaktuell ist und dem Menschen aufzeigt, was man so alles an Möglichkeiten verpasst, wenn man seine Individualität aufgibt und blindlings anderen folgt. Zusammen mit der Aufmachung als „Marvel Must-Have“, angereichert mit vielen Hintergrundinfos, Extras, uvm. ist dies die aktuell wohl beste erhältliche Version, die als Hardcover für 19 Euro auch optisch einen guten Eindruck macht.
Auch Deutschland hat inzwischen eine blühende Comiclandschaft und viele kleine Verlage treten aus dem Schatten des Indiedaseins heraus und geben sich so viel Mühe kleine Comicperlen zu veröffentlichen, von deutschen Autoren und deutschen Zeichnern, dass ich diesen auch weiterhin mit dieser Rubrik eine Bühne bieten möchte. Deswegen gibt es heute zwei weitere Comics aus Christopher Kloibers Plem Plem Productions-Verlag …
Neben diversen Marvel Comics lese ich ja auch noch andere Serien. Manche mehr, und manche weniger regelmäßig, bzw. je nachdem wann und wie sie erscheinen. Bei dem heutigen fünften und letzten Akte X-Band hat es immerhin stattliche 5 Jahre gedauert, bis die Reihe zum Abschluss kam, was aber mehreren Umständen geschuldet war. Anders ist es natürlich mit Spawn, der bei Panini einen fast schon regelmäßigen Veröffentlichungsrhythmus hat …
Endlich habe ich das erste Heft des aktuellen Dark Crisis Events gelesen. Ich muss zugeben, dieses Heft macht definitiv Lust auf mehr! Die den Lesern bekannte Justice League ist tot. Wie wird es weitergehen? Wer wird die Menschheit nun beschützen? Wie verhalten sich die Schurken? Wie gehen die verbliebenen Helden mit der Trauer um und wird es ein neues Team geben? Dieses Heft ist ein guter Start! Ich bin gespannt, wie es weitergeht.
Jessica Jones ist nicht erst seit ihrer Netflix-Serie ein heimlicher Star des Marvel Universums. Dank der genialen Serie von Brian Michael Bendis und Michael Gaydos, die die augenscheinlich unauffällige Heldin ins Marvel Universum etabliert haben, hat sie schnell eine feste Fangemeinde um sich scharen können. Dass die, zwar eher nur lose auf der Comicserie basierenden, Fernsehserie mit Jessica Alba auch einige Erfolge verzeichnen konnte, war natürlich ebenfalls ein Grund für Jessicas Popularität. Doch auch jetzt noch ist sie eher der typische Nebencharakter und schafft es nur bedingt eigene Serien zu erhalten. Stattdessen gibt es immer wieder Miniserien, welche aber meist von sehr hoher Qualität sind. Doch trifft das auch auf den vorliegenden Band zu, der im Original nicht einmal den Namen Jessica Jones im Titel trägt?
Jessica Jones – Die Varianten
Autor/in: Gail Simone Zeichner/in: Phil Noto Format: Softcover Umfang: 116 Seiten Inhalt: The Variants 1–5 Verlag: Panini Comics Preis: 14,00 Euro
Es ist lange her, dass Zebediah Killgrave, alias Purple Man, Jessica Jones in seiner Gewalt hatte. Über eine unendlich lange Zeit hat er sie sich gefügig gemacht, mithilfe seiner Gedankenmanipulation. Doch Jessica war nicht sein erstes Opfer. Nun, 10 Jahre später, Jessica ist eine „erfolgreiche“ Privatdetektivin, ist mit Luke Cage zusammen und hat mit ihm gemeinsam ein Kind. Doch Killgraves erstes Opfer warnt Jessica indessen, dass dieser eine Art Zeitbombe in ihr Gehirn gepflanzt hätte, was wiederum dazu führte, dass sie ihre Familie ermordete. Jessica will das nicht glauben, kann den Gedanken aber nicht einfach so ignorieren, erst recht nicht, wenn der entscheidende Tag, kurz bevor steht. Also sucht sich Jessica Hilfe bei ihrer Freundin Jennifer Walters, alias She-Hulk. Doch was dann passiert, hat selbst sie nicht erwartet, als plötzlich mehrere Varianten von Jessica Jones, inkl. Jewel vor ihrer Wohnungstür stehen …
Wenn es um emotionale und spannende Geschichten geht, auch jene ohne große Superheldenklopperei, dann ist Gail Simone die wohl beste Wahl. Kaum eine Autorin schafft es besser, solche Dramen zu inszenieren, dabei glaubhafte Figuren zu zeigen und das ganze ohne in irgendwelche Klischees abzudriften. Gerade Frauen, die nach außen hin stark wirken und im Inneren mit ihren eigenen Dämonen kämpfen, weiß Simone in Szene zu setzen. Das Gedankenspiel mit der psychischen Zeitbombe im Kopf und das Aufeinandertreffen von mehreren Jessica Jones‘, aus den verschiedensten Universen, Netflix inklusive, ist ein genialer Kniff. Um die Handlung passend umzusetzen, hat Ausnahmekünstler Phil Noto den Zeichenstift geschwungen und liefert mit seinem unverwechselbaren Stil ein grandioses Artwork ab. Gerade mit den wechselnden Stilen, die durch die Varianten entstehen, jongliert Noto fast schon virtuos umher und lässt dabei Stile und Gestaltungen der 70er und 80er Jahre innerhalb und auf dem Cover der Marvel Comics Verwendung fand.
Alles in allem ist „Jessica Jones – Die Varianten“ ein wunderbarer Band, mit vielen Emotionen, Drama, einem ganz fiesen Twist, ausreichend Action und eigentlich allem, was Jessica Jones ausmacht. Gerade mit den Zeichnungen von Phil Noto ist der Band einfach nur eine Empfehlung, auch, ohne dass man Fan von Jessica Jones sein muss.
Nach dem hoffentlich erfolgreichen Start ins neue Jahr und dem ersten Review vom Mittwoch, gibt es heute ein paar ältere Marvel Comics, die ich schon vor längerer Zeit gelesen hatte, aber bisher nicht hier reviewt habe. Somit starte ich den Marvel-Comics-Review-Mix 2024 mit Rocket Raccoon und der Frage: „Was wäre, wenn …?“
Neues Jahr und ein neuer Versuch mich wieder mehr dem Blog zu widmen. Werde ich es diesmal schaffen? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, aber ich werde es ernsthaft versuchen. Beginnend damit, dass ich regelmäßig jede Woche mittwochs, freitags und sonntags Reviews online bringe, mit der Option auch dazwischen etwas zu veröffentlichen, wenn es mein Zeitrahmen erlaubt. Den Anfang machen zwei Simpsons Comics aus der Zeit als diese noch regelmäßig bei Panini veröffentlicht wurden …
Mit diesem Heft endet zumindest vorerst die Geschichte rund um Olaf und Lydia in einer Welt der toten Zombies. Ob und wann es weitergehen wird, ist laut den Worten des Verlegers erst einmal ungewiss. Nach stolzen sieben Jahren macht diese Fortsetzungsreihe der Zombies vorerst eine Pause. Umso mehr lohnt es sich, dieses Heft in vollen Zügen zu genießen. In diesem Sinne wünsche ich euch viel Freude mit diesem vorerst letzten Heft der Serie.
Dieser Band hat mich positiv überrascht. Ohne großartige Erwartungen konnte mich der vorliegende Band überzeugen. Alle US-Ausgaben der Reihe: World without a Justice League sind hier enthalten. Es sind wahrlich fantastische Welten bzw. zugleich auch düstere Welten für unsere bislang als verschollen geltende Helden der Justice League. Wer passend zum aktuellen DC-Event herausfinden möchte, wo sich Batman, Wonder Woman, Aquaman, Superman, Green Arrow, Black Canary und Co. so aufhalten, der sollte sich diesen Band definitiv nicht entgehen lassen.
Autor: Brandon Thomas, Dan Watters, Dennis Culver, Jeremy Adams, Meghan Fitzmartin, Phillip Kennedy Johnson, Simon Spurrier, Stephanie Phillips, Tini Howard, Tom King Zeichner: Brandon Peterson, Chris Burnham, Clayton Henry, Dan Jurgens, Fernando Blanco, Fico Ossio, Jack Herbert, Leila Del Duca, Nik Virella, Ryan Sook Format: Softcover Umfang: 164 Seiten Inhalt: Dark Crisis: Worlds without a Justice League – Batman 1, Dark Crisis: Worlds without a Justice League – Green Arrow 1, Dark Crisis: Worlds without a Justice League – Green Lantern 1, Dark Crisis: Worlds without a Justice League – Superman 1, Dark Crisis: Worlds without a Justice League – Wonder Woman 1 Verlag: Panini Comics Preis: 19,00 Euro