Jessica Jones – Die Varianten [Panini Comics, März 2023]

Jessica Jones ist nicht erst seit ihrer Netflix-Serie ein heimlicher Star des Marvel Universums. Dank der genialen Serie von Brian Michael Bendis und Michael Gaydos, die die augenscheinlich unauffällige Heldin ins Marvel Universum etabliert haben, hat sie schnell eine feste Fangemeinde um sich scharen können. Dass die, zwar eher nur lose auf der Comicserie basierenden, Fernsehserie mit Jessica Alba auch einige Erfolge verzeichnen konnte, war natürlich ebenfalls ein Grund für Jessicas Popularität. Doch auch jetzt noch ist sie eher der typische Nebencharakter und schafft es nur bedingt eigene Serien zu erhalten. Stattdessen gibt es immer wieder Miniserien, welche aber meist von sehr hoher Qualität sind. Doch trifft das auch auf den vorliegenden Band zu, der im Original nicht einmal den Namen Jessica Jones im Titel trägt?

Es ist lange her, dass Zebediah Killgrave, alias Purple Man, Jessica Jones in seiner Gewalt hatte. Über eine unendlich lange Zeit hat er sie sich gefügig gemacht, mithilfe seiner Gedankenmanipulation. Doch Jessica war nicht sein erstes Opfer. Nun, 10 Jahre später, Jessica ist eine „erfolgreiche“ Privatdetektivin, ist mit Luke Cage zusammen und hat mit ihm gemeinsam ein Kind. Doch Killgraves erstes Opfer warnt Jessica indessen, dass dieser eine Art Zeitbombe in ihr Gehirn gepflanzt hätte, was wiederum dazu führte, dass sie ihre Familie ermordete. Jessica will das nicht glauben, kann den Gedanken aber nicht einfach so ignorieren, erst recht nicht, wenn der entscheidende Tag, kurz bevor steht. Also sucht sich Jessica Hilfe bei ihrer Freundin Jennifer Walters, alias She-Hulk. Doch was dann passiert, hat selbst sie nicht erwartet, als plötzlich mehrere Varianten von Jessica Jones, inkl. Jewel vor ihrer Wohnungstür stehen …

Wenn es um emotionale und spannende Geschichten geht, auch jene ohne große Superheldenklopperei, dann ist Gail Simone die wohl beste Wahl. Kaum eine Autorin schafft es besser, solche Dramen zu inszenieren, dabei glaubhafte Figuren zu zeigen und das ganze ohne in irgendwelche Klischees abzudriften. Gerade Frauen, die nach außen hin stark wirken und im Inneren mit ihren eigenen Dämonen kämpfen, weiß Simone in Szene zu setzen. Das Gedankenspiel mit der psychischen Zeitbombe im Kopf und das Aufeinandertreffen von mehreren Jessica Jones‘, aus den verschiedensten Universen, Netflix inklusive, ist ein genialer Kniff.
Um die Handlung passend umzusetzen, hat Ausnahmekünstler Phil Noto den Zeichenstift geschwungen und liefert mit seinem unverwechselbaren Stil ein grandioses Artwork ab. Gerade mit den wechselnden Stilen, die durch die Varianten entstehen, jongliert Noto fast schon virtuos umher und lässt dabei Stile und Gestaltungen der 70er und 80er Jahre innerhalb und auf dem Cover der Marvel Comics Verwendung fand.

Alles in allem ist „Jessica Jones – Die Varianten“ ein wunderbarer Band, mit vielen Emotionen, Drama, einem ganz fiesen Twist, ausreichend Action und eigentlich allem, was Jessica Jones ausmacht. Gerade mit den Zeichnungen von Phil Noto ist der Band einfach nur eine Empfehlung, auch, ohne dass man Fan von Jessica Jones sein muss.

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Mein aktueller Serienstand

Früher habe ich mich lange gegen Serien gesträubt. Es hat seine Zeit gebraucht, bis der Reiz von Serien mich befangen hat. Angefangen bin ich damals mit Prison Break. Das hat mich damals umgehauen, die Spannung, die Action und die haarsträubenden Wendungen in der Handlung. Hinzu gesellte sich etwas später Breaking Bad. Hierzu muss ich wohl nicht mehr viele Worte verlieren, eine der besten Serien überhaupt, findet ihr nicht? Ich muss leider gestehen, dass ich es noch nicht geschafft habe, Better Call Saul zu schauen. Hoffentlich werde ich das bald nachholen.
Was habe ich daraus gelernt, fängt man einmal mit guten Serien an, kommt man nicht mehr davon los. Leider ist der Serienmarkt auch mit schlechten oder gar mittelmäßigen Serien derzeit überflutet. Dieser Umstand erschwert es zeitweise, gute von schlechten Serien zu unterscheiden. So kommt es auch mal vor, dass man eine Serie beginnt und dann mittendrin aufhört, sie weiterzuschauen. 

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Ma-Co-Re-Mix (Vol. 106) [Jessica Jones: Das letzte Kapitel & Marvel Zombies Collection Nr. 4]

Auch der heutige Ma-Co-Re-Mix arbeitet ein wenig von meinem Lesestapel ab und präsentiert neben einer etwas neueren Ausgabe, wobei neu hier auch ziemlich weit gefächert ist, auch einen älteren Band. Zudem werden in den nächsten Ausgaben noch einige ältere Bände folgen, damit ich langsam wieder ein klein wenig aktueller bin.
Irgendwie hatte ich das schon einmal versprochen, wenn ich mich nicht irre.

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Incoming! (Variant Cover-Edition) [Panini/Marvel, Juni 2020]

Endlich habe auch ich den Prolog zum kommenden Marvel-Crossover Empyre gelesen. Auf 100 Seiten wird dem Leser der aktuelle Stand der jeweiligen Helden Teams kurz und knapp näher gebracht. Es wird eine Bedrohung auf viele Helden des Marvel Universums zukommen, welche erneut in typischer Crossover Manier die einzelnen Heftserien und Welten beeinflussen wird. So befindet sich in diesem Heft eine Rahmenhandlung (ein seltsamer Mordfall), welche als verbindendes Element die einzelnen Heldentruppen auf eine noch größere Bedrohung aufmerksam macht. Wie mir das Ganze so gefallen hat und ob mich die Story und ihr Aufbau begeistern konnten, erfahrt ihr hier in meinem Bericht dazu. Bevor es jedoch mit dem Crossover richtig losgeht, erscheint zuvor noch Empyre – Die Vorgeschichte, welche wahrscheinlich tiefgründiger als Incoming! die Geschichte und aktuelle Lage der Kree und Skrulls beleuchtet. Seid gespannt auf das, was da noch kommt.

Incoming! (Variant Cover-Edition)

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Jessica Jones: Blind Spot – Im Visier [Panini Comics, August 2020]

Die ersten beiden Megabände habe ich euch bereits vorgestellt, der dritte folgt auch bald, aber vorher gibt es erst einmal eine neue Minserie mit der taffen Netflix-Heldin. Ausnahmeautorin Kelly Thompson hat die Nachfolge an Brian Michael Bendis Kreation angetreten und legt nun gemeinsam mit Mattia de Iulis und Marcio Takara ihren ersten Story-Arc vor …

Jessica Jones: Blind Spot – Im Visier

Autor/in: Kelly Thompson
Zeichner/in:
Mattia De Iulis, Marcio Takara
Format:
Softcover
Umfang:
140 Seiten
Inhalt:
Jessica Jones: Blind Spot 1-6
Verlag:
Panini Comics
Preis:
17,00 Euro
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Meine Comic-Einkäufe der Woche (KW 31/32)

Wegen der Eröffnung des Planet Comics-Cafés letzte Woche in Erfurt, und weil es nur zwei Comics in dieser Woche waren, habe ich mich entschlossen das für diese Woche aufzusparen und dann alles auf einmal zu präsentieren. Neben den beiden Comics der letzten Woche, die direkt von Panini kamen und die letzten beiden Ausgaben des aktuellen Abos beinhalteten, gab es außerdem die neue Lieferung an Abos von meinem neuen Vertrauensmann in Sachen Comics, Stefan Kulnik vom Comicflohmarkt.de und eine Vorbestellung, der vierte Band der Teenage Mutant Ninja Turtles Universe-Reihe, sowie die vierzehnte Ausgabe der WHOA! Comics-Anthologie direkt von Plem Plem Productions

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Jessica Jones Megaband Nr. 2: Alias (2) [Panini, Oktober 2016]

Inzwischen ist es fast ein Jahr her, dass ich euch den ersten Band der hochgelobten Soloserie von Jessica Jones aus der Feder von Brian Michael Bendis vorgestellt habe. Daher dachte ich mir, dass es ruhig an der Zeit wäre, den zweiten Band, der auch gleich den Abschlussband darstellt, zu reviewen …

Jessica Jones Megaband Nr. 2: Alias (2)

Autor: Brian Michael Bendis
Zeichner: Michael Gaydos, Mark Bagley, Rick Mays
Format: Softcover
Umfang: 348 Seiten
Inhalt: Alias 16-28, Marvels 75th Anniversary Celebration (IV) & What if Jessica Jones had joined the Avengers?
Verlag: Panini Comics
Preis: 29 Euro Weiterlesen

Meine Comiclieferung für Oktober/November 2016

Eigentlich habe ich die Lieferung schon letzte Woche erhalten, und wer mir auf Facebook, Twitter und Instagram folgt, konnte die Bilder auch schon letzte Woche sehen, aber hier habe ich mal wieder getrödelt. Und so gibt es wieder mit ein paar Tagen Verspätung, meine aktuelle Comiclieferung aus dem Comicshop meines Vertrauens, dem Comic Attack in Erfurt und ein paar zusätzliche Sachen, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Dabei ist die aktuelle Lieferung von Plem Plem Productions, dazu ein ganz besonderes Bild, welches ich mir von Herrmann Comix-Künstler Maxim Christof Seehagen als Sketch gewünscht habe, und dann von Dennis „bouncieD.“ Lehmann kolorieren lassen habe und ein Band, den ich am Kiosk geholt habe. Die zwölfte Ausgabe der Lustiges Taschenbuch Ultimate Phantomis-Reihe …

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Jessica Jones – Alias Megaband Nr. 1 [Panini, Juli 2016]

Es gibt Serien, die haben es in Deutschland wirklich nicht leicht. Nicht etwa, weil sie schlecht sind, bei Weitem nicht, sondern vielmehr, weil der deutsche Comicmarkt ein vollkommen anderer, als der amerikanische ist, wo Verkaufszahlen einen anderen Rahmen haben und Serien dadurch auch bessere Chancen. In Deutschland braucht es schon einen zugkräftigen Namen, oder noch besser gleich mehrere. Am besten ist es dann natürlich auch noch, wenn zeitgleich ein Film oder eine Serie der jeweiligen Hauptfiguren anlaufen und dementsprechende Erfolge feiern. Noch besser ist es dann natürlich, wenn man noch mit bekannten Künstlern glänzen kann.
Genauso eine Serie ist „Alias“ von Brian Michael Bendis und Michael Gaydos mit ihrer Protagonistin Jessica Jones. Immer wieder wurde sie von den Fans gefordert und immer wieder musste Panini ablehnen, dass sie, trotz durchaus zugesprochenen Qualitäten, kaum Chancen hierfür auf dem deutschen Markt sehen. Bis Netflix mit ihrer Serie „Jessica Jones“ kamen …

Jessica Jones – Alias Band 1

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Spider-Island Reviewserie (7): Venom Sonderband Nr. 2: Spider-Island [Panini, August 2012]

Viele Tage war es, abgesehen vom Simpsons-Gag und der JL8, ziemlich ruhig geworden auf Mueli77s Feine Welt. Aber heute geht es mit der Spider-Island Reviewserie wieder weiter. Und morgen kann ich Euch dann eine Neuigkeit verkünden.

Venom Sonderband Nr. 2: Spider-Island

Die Auswirkungen der Epidemie machen auch vor den Rächern nicht halt. Zumindest die Rächer, welche von Natur aus nicht mit Superkräften gesegnet sind. Und so kommt es, dass nicht nur Lukes und Jessicas Tochter plötzlich durch das Kinderzimmer schwingt und Squirrel Girl in den Wahnsinn treibt, sondern auch Hawkeye hat so seine Probleme mit den neu erworbenen Fähigkeiten, mit denen er überhaupt nicht umzugehen weiß.
Anders ist es da mit Flash Thompson. Der weiß genau, was er tun muss. Aber das bedeutet nicht, dass es für ihn einfacher ist. Denn nachdem ein wütendes Spinnenmonster auf der Brooklyn Bridge ausrastet und von Venom in die Basis von Operation Wiedergeburt 2.0 gebracht wurde, verändert sich die Situation drastisch …

Venoms Gefangener hat eigene Pläne.

Venoms Gefangener hat eigene Pläne.

Dieser Band steht ganz im Zeichen von Spider-Island. Deshalb gibt es auch nur drei reguläre Venom-Stories. Der Rest der Ausgabe wurde mit zwei relevanten Spider-Island Geschichten aufgefüllt, um so weitere Einblicke in das Event und der betroffenen Figuren zu präsentieren. Während der Avengers One Shot von Autor Chris Yost eher humorvoll herüberkommt und sich selbst nicht so wirklich ernst nimmt, ist die kurze Reise durch die Aufgaben der neuen Madame Web, für die Jim McCann verantwortlich zeichnet, schon wesentlich tiefgründiger und nachdenklicher.
Dem gegenüber schickt Rick Remender seinen Titelhelden wieder in actionreiche und kurzweilige Schlachten, lässt aber Flashs Privatleben nicht außen vor, sondern schafft es, dass dieses die ganze Zeit, wie ein Damoklesschwert über dem Helden hängt und so seine Handlungen maßgeblich beeinflusst.

Irgendwie ist Hawkeye nicht so gut auf Spidey zu sprechen ...

Irgendwie ist Hawkeye nicht so gut auf Spidey zu sprechen …

Wenn schon drei verschiedene Autoren und drei verschiedene Grundemotionen in einem Band vorkommen, dann ist es auch nur angemessen drei verschiedene Zeichner auf den Plan treten zu lassen, um die jeweiligen Geschichten passend umzusetzen. Da wäre zum einen Mike McKone, der das Abenteuer mit den Avengers und dem sehr genervten Hawkeye routiniert in Szene setzt. Die Bilder sind detailliert, wirken aber leider etwas statisch. Das geht eigentlich besser, wenngleich ich sagen muss, dass McKone Frogman sehr gut und humorvoll auf das Papier gebracht hat. Wiederum anders ist es mit den Zeichnungen der Kurzgeschichte rund um Julia Carpenter, die neue Madame Web. Hier war ein alter Bekannter aus Zeiten der Klonsaga am Werk. Patrick Scherberger hat Mitte der Neunziger Jahre die Abenteuer der New Warriors „verbrochen“ zu denen auch kurzzeitig der damals aktuelle Ben Reilly als Scarlet Spider gehörte. Schon damals war sein Zeichenstil sehr Imagehaft und austauschbar. Aber seit damals ist einiges an Zeit vergangen und Scherberger hat sich weiterentwickelt. Zum Glück zum Positiven, denn seine aktuellen Zeichnungen gefallen sehr wohl. Venom wurde diesmal nicht mehr von Tony Moore visualisiert, sondern von Tom Fowler, der bereits im letzten Band das letzte Abenteuer umsetzen durfte. Dies macht Fowler auch diesmal gewohnt souverän ohne sich irgendwelche Patzer zu leisten.

Die neue Madame Web.

Die neue Madame Web.

FAZIT:

Dass das Mega-Spider-Event um seinen besten Freund und zugleich ärgsten Widersacher keinen Bogen macht, war abzusehen. Wenn das Ganze dann auch noch so abwechslungsreich, spannend und humorvoll präsentiert wird, dann kann schon fast nichts mehr schiefgehen. Negativ ist einzig nur, dass durch die Veröffentlichung als eigener Seriensonderband, und daher nicht ganz chronologisch, einige Ereignisse vorweggenommen werden. Zwar könnte man hier nach jeder enthaltenen US-Ausgabe wechseln, aber wer macht sich schon diese Arbeit. Dennoch finde ich es sehr gut, dass Christian Endres, der redaktionelle Betreuer seitens Panini, eine genaue Auflistung der Lesereihenfolge nach US-Heften mitliefert. Das ist kein Standard und sollte daher auf jeden Fall lobend erwähnt werden. Grundsätzlich muss man die redaktionelle Betreuung von Panini loben. Denn was einem hier zusätzlich an Wissen mitgegeben wird, schürt schon ein wenig die Bindung zwischen Leser und Macher der Comics.

Auch Anti-Venom spielt eine wesentliche Rolle in Spider-Island.

Auch Anti-Venom spielt eine wesentliche Rolle in Spider-Island.

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