Dieser Band ist einfach großartig. Definitiv ein Wendepunkt und Meilenstein im Fables-Universum. Lest selbst, was Mogli aus dem Dschungelbuch in Fabletown zu suchen hat. Erfahrt die Wahrheit über den Feind in den Heimatländern der Fables. Schaut zu, wie arabischen Fables die Stadt besuchen und um eine Audienz beim Bürgermeister bitten. Hier klotzt jede Storyline! Absolute Empfehlung! Ich bin so froh, dass Fables in dieser Form eine würdigende Veröffentlichung erhält. Scheut euch nicht vor den 40,00 Euro, diese sind gut investiert. Wusstet ihr eigentlich, dass Jack in Hollywood ein berühmter „Star“ geworden ist … Diese Geschichte sollte man unbedingt lesen!
Autor: Bill Willingham Zeichner: Mark Buckingham, Steve Leialoha, David Hahn, Lan Medina, Andrew Pepoy, Dan Green, Daniel Vozzo Format: Hardcover Umfang: 308 Seiten Inhalt: US: Fables (2002) 34–45 Verlag: Panini Comics Preis: 40,00 Euro
Inzwischen ist es fast schon eine Tradition, dass regelmäßig, alle zwei Jahre, ein neues Asterix-Abenteuer erscheint. Zumindest seit 2013, als Jean-Yves Ferri und Didier Conrad die Reihe übernommen haben. Als ich nun im Frühjahr erfahren habe, dass nicht erneut Ferri als Autor fungieren wird, habe ich zunächst etwas Sorge gehabt. Aber auch als ich erfuhr, das Fabrice „FabCaro“ Caro die Nachfolge von Ferri antritt, war ich nicht gänzlich beruhigt. Gut ich kenne einige Arbeiten von FabCaro, auch wenn nur dem Namen nach, weil alle bisherigen Werke, Comics, wie auch Romane und sogar der sehr erfolgreiche Film zu seinem Comic „Zaï Zaï Zaï Zaï“ bisher nicht in Deutschland erschienen sind. Nun schwankte die Meinung zu den letzten Abenteuern zwischen euphorisch und enttäuschend und die Wahl einen Autor zu benennen, der außerhalb Frankreichs eigentlich kaum eine Reputation hat, würde dem sicherlich nicht zuträglich sein. Wie gut, oder schlecht, ist also der NEUE Asterix?
Wie bereits erwähnt, hat FabCaro zwar innerhalb Frankreichs und ein klein wenig in Italien und den Niederlanden (genaugenommen wurden zwei seiner Werke, jeweils Eines, ins Italienische und Niederländische übersetzt, was bei aktuell, Asterix ausgenommen, 37 Comics (43 inkl. Mehrteiler) und 5 Romanen, keine allzu überragende Anzahl ist), durchaus einen gewissen Namen und Rang inne, aber außerhalb Frankreichs dennoch eher das unbeschriebene Blatt darstellt. Nun gut, das sind alles nur Zahlen und Fakten und sagen genaugenommen nichts über FabCaros Qualität als Autor aus. Und ja, auch als Yean-Ives Ferri und Didier Conrad das Ruder übernommen haben, lag eine gewisse Skepsis in der Luft, was bei einer so alteingessenen Serie, die vor allem so lange in den Händen der eigenen Schöpfer lag, wenngleich zum Schluss nur noch einer der geistigen Väter die Geschicke der listigen Gallier lenkte, nicht gerade verwunderlich ist.
Doch ebenso wie uns als Leser diese Entscheidung überraschte, so war auch Didier Conrad lange im Unklaren darüber, wie es nach Band 39 weitergehen sollte. Doch nachdem Ferri ankündigte eine Pause zu benötigen, weil er sich stattdessen eigenen Projekten widmen wollte, musste man seitens des Verlages und der Rechteinhaber weitere Möglichkeiten ausloten. Die Wahl fiel also auf Fabcaro, der mit bürgerlichem Namen Fabrice Caro heißt. Wie zu Beginn angesprochen, war Fabcaro eine ungewöhnliche Wahl, wie er selbst auch zugestehen musste. Asterix zu schreiben, ist für Fabcaro mit einem Ritterschlag gleichzusetzen. Immerhin ist er, wie viele andere seines Alters ebenfalls, mit den Abenteuern von Asterix, Obelix & Co. aufgewachsen. Jetzt selbst einmal deren Geschicke lenken zu dürfen, hat er sich selbst niemals träumen lassen.
Etwas anders war es für Didier Conrad, der Fabcaro selbst nicht persönlich kannte, weshalb sich die anfängliche Zusammenarbeit etwas anders gestaltete. Doch damit der Entstehungsprozess nicht allzu sehr in Mitleidernschaft gezogen wird, entschloss sich Conrad seine Entwürfe an den Herausgeber zu schicken, der dann wiederum die Brücke zu Fabcaro bildete. Erst kurz vor der Veröffentlichung haben sich Conrad und Fabcaro persönlich kennengelernt. Aber egal, wie die Beziehung der Beiden aktuell ist, das Ergebnis ist ein neues Abenteuer, welches sich deutlich von den bisherigen Nachfolgebänden abhebt. Aber was genau macht „Den neuen Asterix“ aus? Wird er ebenso zwiespältig aufgenommen, wie die letzten Bände? Welche neuen Figuren werden dem Asterix-Universum hinzugefügt? Was für eine Art von Humor wird dieser Band beinhalten? Fragen über Fragen! Fragen, die ich teilweise mit diesem Review beantworten kann, und Fragen, die man sich als Leser selbst beantworten muss, nach der Lektüre des neuesten Abenteuers:
Die weisse Iris [Egmont Ehapa Media, 26. Oktober 2023]
Den Legionären Cäsars fehlt es nach all den Jahren vergeblicher Eroberungsversuche, stagnierenden Fortschrittes und dem Widerstand dieses kleinen gallischen Dorfes nicht nur an Motivation, sondern auch an jeglichem verlorenen Lebensmut. Also beschließt Cäsar mithilfe seines obersten Medicus Visusversus neue Wege zu gehen. Positive Bestärkung! Und so lässt sich Visusversus nach Babaorum versetzen, um die dortigen Truppen neu zu motivieren, während er gleichzeitig versucht, als unschuldiger Besucher das Dorf der Gallier zu unterwandern und deren Zusammenhalt zu zerbrechen. Was sich recht einfach anhört, und zu Beginn auch bei einigen der Dorfbewohner durchaus gut funktioniert, führt jedoch schnell zu Misstrauen, vor allem bei Asterix und Miraculix, sowie Majestix, dessen Frau eines der ersten Opfer von Visusvesus ist. Nachdem diese nun mit Gutemine auf dem Weg nach Lutetia ist, um die Galliern als Beweis für seine Technik Cäsars auszuhändigen, müssen Asterix und seine Freunde nicht nur Gutemine finden und wieder zurück ins Dorf bringen, sondern auch gleichzeitig den zutiefst niedergeschlagenen Majestix, der nahe an einer Depression ist, aufmuntern …
Was an diesem neuen Abenteuer sofort auffällt ist, dass es deutlich mehr Text enthält, als die letzten Abenteuer. Ob dies jedoch dem Umstand geschuldet ist, dass Visusversus mit seiner Methode vor allem verbal agiert, oder dies vielleicht FabCaros Art des Erzählens ist, wird sich vermutlich erst beim nächsten Abenteuer zeigen, an dem FabCaro als Autor fungiert. Ich persönlich zum Beispiel habe große Probleme mit Menschen, die vor allem mit Zitaten und Phrasen um sich werfen, weshalb mir Visusversus sofort unsympathisch ist. Auch seine Phrasendrescherei geht mir bereits nach wenigen Seiten auf die Nerven, andererseits finde ich es auch sehr faszinierend zu sehen, wie die Menschen auf seine Art der Manipulation reagieren. Insgesamt finden sich allerlei psychologische Spielereien und Anspielungen in diesem Band wieder. Neben Visusversus und seiner „Manipulationsmethode“, als auch der Depression von Majestix, die Reaktionen der Dorfbewohner und Legionäre zeigen, dass sich Fabcaro mit der Psyche von Menschen offenbar sehr gut auskennt und dies hier auf sehr spannende Weise einbindet. Gerade Änderungen, wenn auch nur kurzzeitig, wie zum Beispiel der lange währende Disput zwischen Automatix und Verleihnix wegen der Frische der angebotenen Meerestiere ist sehr humorvoll, weil dieser einen anderen Lösungsansatz bietet, als es bisher der Fall war. Solche Kleinigkeiten finden sich überall im Band und laden zum mehrmaligen Lesen ein, da nicht immer alles sofort ersichtlich oder verständlich ist.
Auch zeichnerisch gibt es viel Neues und Anderes. So muss Conrad dem mehr an Text oft Tribu zollen, sodass in vielen Panels nur wenige bis gar keine Hintergründe zu entdecken sind. Zwar kam dies in den letzten Ausgaben Uderzos auch immer wieder zum Einsatz, hier vermutlich eher wegen des Arbeitsaufwandes, aber dennoch ist es deutlich sichtbar. Dafür sind in den anderen Panels die Hintergründe umso aufsehen erregender und laden dazu ein, sich auf die Suche nach weiteren Details zu machen. Hinzu kommt, dass sich Conrad inzwischen offenbar relativ sicher fühlt. Dies sieht man daran, dass er sichtlich experimentierfreudiger wird, was die Posen und Blickwinkel angeht, sowie die Art und Weise, wie Conrad mit der Panelgestaltung umgeht, gerade dann, wenn es um die Verteilung verschiedener Größen von Panels geht, ohne dabei die grundsätzliche Struktur des 4 Zeilen-Layouts zu umgehen.
Zu Beginn des Albums dachte ich noch, dass meine Bedenken durchaus gerechtfertigt gewesen sind, aber je weiter das Abenteuer voranschritt, um so mehr wurde mir klar, dass es genau die Art von Frische war, die Asterix jetzt brauchte. Die Einflüsse FabCaros sind minimalistisch, aber deutlich genug, um sie wahrzunehmen und seine Art der Erzählung, die Art und Weise seiner Charakterisierung, rufen bei mir ein gewisses Wohlgefühl hervor. Allerdings schwebt über dem gesamten Band auch eine gewisse „Hommage“ an frühere Abenteuer wie „Der Seher“, „Kampf der Häuptlinge“ oder auch „Streit um Asterix“, was eventuell daran liegt, dass dies eben jene Abenteuer sind, welche FabCaro besonders am Herzen liegen. Zudem gibt es noch einiges, was sicher nur in der deutschen Fassung so enthalten ist. Denn für Übersetzer Klaus Jöken war es keine gewohnte Arbeit, was nicht nur an dem mehr an Text liegt, im Übrigen wird von bis zu 25 % mehr Text als ein Durchschnittsabenteuer gemunkelt, sondern auch erzählerischen Eigenheiten FabCaros. Daher finde ich es schon sehr amüsant, wenn Troubadix auf der Dorfbühne abgewandelte Klassiker von De Höhner, Herbert Grönemeyer oder Nana Mouskouri singt. So richtig besonders wird es, bei dem lange indizierten Hit der Ärzte, welcher dann wohl auch der Grund ist, weshalb Troubadix von der Bühne „zitiert“ wird. Insgesamt überrascht mich „Der neue Asterix“ durchaus positiv. Das „Positive Denken“, welches den Band durchzieht und hier eher als „Waffe/Taktik“ dient, zeigt, dass man mit fast allem Menschen in irgendeiner Form lenken und manipulieren kann. Was mir persönlich jedoch nach wie vor fehlt, ist der Einsatz von popkulturellen Persönlichkeiten, wie es in fast jedem Goscinny-Abum gang und gäbe war. Ein Politiker hier, ein Schauspieler da, ein Autor, ein Musiker, wie auch immer. Es gab immer jemanden zu entdecken und dieses kleine Rätselraten vermisse ich schon sehr. Dennoch bleibt unterm Strich ein sehr unterhaltsames, kurzweilig vergnügsames und in vielen Punkten leicht verbessertes Abenteuer übrig, welches ich nicht nur Asterix-Fans empfehlen kann.
Was für eine vorbildliche Manga-Deluxe Edition. Attack on Titan in der Deluxe Edition zu lesen, ist ein wahrer Leckerbissen. Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, dass die beiden No Regrets Einzelbände nun ebenfalls in dieser Form erscheinen. Die Story ist durchgehend spannend und interessant inszeniert. In diesem Band treffen Levi, Hauptgefreiter des Aufklärungstrupps und stärkster Soldat der Menschheit, und sein Gegner Erwin Smith aufeinander. Diese weltweit einzigartige Hardcover-Ausgabe kann sich sehen lassen!
Autoren und Zeichner: Gun Snark (Nitroplus – Story), Art by Hikaru Suruga, Cooperated by Attack on Titan Production Committee, Attack on Titan created by Hajime Isayama Format: Hardcover Umfang: 402 Seiten Inhalt: Shingeki no Kyojin Gaiden: Kuinaki Sentaku (進撃の巨人 外伝 悔いなき選択) Vol. 1-2 Verlag: Carlsen Manga Preis: 20,00 Euro
Definitiv eine interessante Reihe, welche mitunter fortgesetzt werden könnte. Ich habe mir die limitierte Hardcover-Ausgabe gekauft. So richtig zufrieden bin ich leider nicht mit der Geschichte vom Haus am See … Dennoch keine schlechte Geschichte, aber etwas zähflüssig erzählt und langwierig in den Unterhaltungen der Protagonisten. Eine klare Kaufempfehlung kann ich leider nicht aussprechen, aber schaut definitiv mal rein, ob es euch gefällt.
Autor: James Tynion IV Zeichner: Álvaro Martínez Bueno, Jordie Bellaire Format: Softcover / Hardcover Umfang: 196 Seiten Inhalt: US: The Nice House on the Lake (2021) 7-12 Verlag: Panini Comics Preis: 25,00 Euro (die auf 333 limitierte Hardcover Ausgabe kostet 40,00 Euro)
Die Neuauflage des indischen Spider-Man Superhelden Klassikers. Man merkt dem Comic sein Alter nicht an. Frisch und dynamisch, actionreich und lässig inszeniert wie die modernen Heftausgaben. Im Jahr 2005 erschien die erste Ausgabe des indischen Spider-Man. Die Idee ist so genial wie einfach, doch für die indischen Fans mit Sicherheit etwas ganz Besonderes. Ein amerikanischer Superheld wird für den indischen Comic-Markt adaptiert und nicht Peter Parker schwingt das Spinnenkostüm, sondern Pavitr Prabhakar. Eingefleischte Fans erkennen viele amerikanische Parallelen, doch dieser Band ist äußerst einsteigerfreundlich und definitiv etwas Besonderes!
Es sind nur noch wenige Tage, bis das neue Asterix-Abenteuer, das 40. um genau zu sein, das Licht der Welt erblicken wird. Nun wurde das Cover von „Die weisse Iris“, wie das Abenteuer heißen wird, enthüllt. Neben Veteran Didier Conrad, für den es bereits das sechste Abenteuer ist, stößt diesmal statt Jean-Yves Ferri, der ebenfalls nicht unbekannte Fabcaro zum Team und fungiert somit als Texter und Szenarist. „Die weisse Iris“ erscheint am 26. Oktober 2023 mit einer weltweiten Startauflage von 5 Millionen Exemplaren. Bei Egmont in Deutschland wird es zum Verkaufsstart wie gewohnt ein Hardcover für 13 Euro, sowie ein Softcover für 7,99 Euro geben.
Geralt von Riva durchstreift als herrenloser Samurai die japanischen Ortschaften. Er ist bekannt als berüchtigter Monsterjäger, Hexer und merkwürdiger „Freak“. So trifft er auf seiner Reise auf verschiedene fantastische Kreaturen, angelehnt an die japanischen Mythen und Legenden. Doch sein wahres Ziel sind nicht die vereinzelten Aufträge, die ihm Geld einbringen, sondern eine für ihn schicksalhafte Frau im Schnee … Lest selbst, wie dieser grandiose Auftakt im Manga-Stil die verschiedenen Genres aus Büchern, Comics, Videogames und Streaming zu einem homogenen Abenteuer, angelehnt an die japanischen Mythen und Legenden vereint.
Comics bezeichnet man allgemein hin als 9. Kunst. Über das „Wieso?“ und „Weshalb?“ möchte ich hier aber jetzt keinen Diskurs führen, sondern stattdessen einen Vertreter dieser Kunst vorstellen, der diese Bezeichnung auch wirklich verdient hat. Dieser Comic-Story-Arc hat mich bereits in den 90er Jahren so visuell überrascht, und das, obwohl er in einem denkbar ungünstigen Format, dem „Die Gruppe X“-Taschenbuch, bei Condor erschien. Nun erscheint dieser visuell wegweisende Story-Arc nicht nur leicht überarbeitet in einem dafür angemessenen Format, sondern auch als Teil von Paninis „Marvel Must Have“-Reihe, die grundsätzlich nur das Beste vom Besten enthält …
Marvel Must Have: New Mutants – Höllenbiest
Autor/in: Chris Claremont Zeichner/in: Bill Sienkiewicz Format: Hardcover Umfang: 132 Seiten Inhalt: New Mutants (1983) 18–21 Verlag: Panini Comics Preis: 19,00 Euro
Das neue junge Mutantenteam bestehend aus Samuel „Cannonball“ Guthrie, Amara „Magma“ Aquilla, Roberto „Sunspot“ Da Costa, Illyana Nikolovna „Magik“ Rasputin, Rahne „Wolfsbane“ Sinclair und Danielle „Dani“ Moonstar versucht weiterhin ihren Platz zu finden. So kämpft jeder der jungen Helden mit seinen ganz eigenen inneren Dämonen, aber keiner ist so gefährlich wie Moonstars Dämonenbär, der sie seit dem Tod ihrer Eltern verfolgt. Als sie sich eines Abends diesem „Dämon“ stellt, der, wie sich herausstellt, nicht nur eine Einbildung ist, gerät sie in Lebensgefahr. Nun obliegt es ihren Teamkameraden und Freunden nicht nur sie zu retten, sondern auch die Welt vor diesem mächtigen Dämon zu schützen, während eine ganz andere nichtbiologische Gefahr auf die Erde zusteuert …
Es waren die frühen 80er Jahre und Marvels Spider-Man war der Geldmagnet vom Haus der Ideen. Doch im Comicdirektmarkt, die Vertriebsschiene für Comicshops und Fachgeschäfte, konnte es kein anderer Marvel-Titel mit den „X-Men“ aufnehmen. Während also der Mainstream Spider-Man feierte, waren die X-Men der Favorit der Comicfans. Das brachte den damaligen Marvel Chefredakteur Jim Shooter dazu, mit dem Gedanken zu spielen, das X-Men-Universum zu vergrößern. Immerhin gab es damals außer den X-Men keine weitere monatliche Heftserie. Die Idee um ein neues junges Mutantenteam war geboren und wurde in die X-erfahrenen Hände von Chris Claremont gelegt. Während die ersten Ausgaben noch von Bob McLeod und Sal Buscema kam der wirklich große Erfolg erst mit Bill Sienkiewicz. Sein visuell überwältigender Artstyle kam bei den Lesern sofort an. Ursprünglich hatte Sienkiewicz einen von Neal Adams geprägten Stil, den er aber zunehmend mit eigenen Einflüssen erweiterte. Die teils surrealistischen Bilder, die Sienkiewicz bereits teilweise in Moon Knight hat einfließen lassen, entfalteten sich bei den New Mutants und speziell bei der Demon Bear-Saga zu einem visuellen Fünf-Gänge-Menü.
Ja, man merkt der Geschichte ihr Alter durchaus an und ja, der leichte Horrorpsychothriller-Einschag ist auch nicht jedermanns Sache, aber letztendlich zählt das Ergebnis und mit Chris Claremont und Bill Sienkiewicz‘ „Demon Bear“-Saga hat Panini ein außergewöhnliches Stück Comicgeschichte in diese Sammlerreihe mit denkwürdigen Veröffentlichungen gepackt, angereichert mit ein paar wissenswerten Informationen und Extras, für einen sehr guten Preis in gelungener Aufmachung.
Mit Tenebrae liegt mir ein weiteres Comic-Highlight vor. In zwei Bänden entfaltet sich eine abgeschlossene Geschichte um Liebe und Verrat in einem geradlinigen Fantasy-Setting. Schnörkellos und direkt kommt diese Geschichte in Fahrt, sie hält kein Blatt vor den Mund und reißt den Leser ungemein in den Handlungsbogen hinein. Nicht zu komplex, stets spannend und mysteriös findet der Leser sich zwischen den Fronten eines alten Ehepaares wieder. Der König und die Königin bitten zum Schlachtfeld, doch mittendrin ist die Prinzessin Islen und ihr tapferer Ritter Arzhur, welche die Kraft der Tiere auf ihrer Seite haben …
Autor: Hubert (alias Hubert Boulard) Zeichner: Vincent Mallié und Bruno Tatti Format: Hardcover Umfang: jeweils 80 Seiten Inhalt: FR: Ténébreuse (Livre premier / Livre second) Verlag: Splitter Verlag Preis: Band 1 kostet 18,00 Euro und Band 2 kostet 19,80 Euro
Dieses Avenger Heft hat mir richtig gut gefallen. Zeichnerisch auf einem hohen Niveau bietet dieses Heft zwei wirklich gelungene Geschichten. Durchaus philosophisch und bedächtig stellt sich Hawkeye die Frage, ob sein Leben und Handeln mehr Wert hat als ein Briefkasten. Die zweite Geschichte handelt vom Traum des Himmels. Fliegen ist eine Sünde, doch Carol Danvers ist dazu geboren, den Himmel zu erkunden … Somit bietet dieses Heft fernab der Avengers Hauptgeschichte zwei Geschichten zum Event A.X.E.: Tag der Entscheidung. Von mir gibt es ganz klar eine Empfehlung!